Die SCHUFA und der Umgang mit Einträgen
Geprüft von der Redaktion

Das Wichtigste in Kürze
- Die SCHUFA speichert Vertragsdaten wie Kredite, Kontoeröffnungen und Zahlungsstörungen und errechnet daraus einen Score, der die Kreditwürdigkeit einschätzt.
- Seit dem 17. März 2026 gilt ein neuer SCHUFA-Score von 100 bis 999 Punkten, der den alten Basisscore in Prozent ersetzt und auf zwölf offengelegten Kriterien beruht.
- Die Datenkopie nach Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung zeigt alle gespeicherten Daten und ist direkt bei der SCHUFA kostenlos, teure Drittanbieter sind überflüssig.
- Falsche oder veraltete Einträge müssen auf schriftlichen Widerspruch mit Belegen hin korrigiert oder gelöscht werden.
- Erledigte Zahlungsstörungen werden in der Regel nach drei Jahren gelöscht, unter bestimmten Voraussetzungen schon nach 18 Monaten.
- Eine erteilte Restschuldbefreiung nach Privatinsolvenz wird seit einem EuGH-Urteil schon nach sechs Monaten gelöscht.
Was speichert die SCHUFA über mich?
Die SCHUFA speichert Vertragsdaten wie Kredite, Kontoeröffnungen, Handy- und Leasingverträge sowie Zahlungsstörungen wie Mahnbescheide oder Inkassoverfahren. Sie ist eine sogenannte Auskunftei, ein Unternehmen, das solche Daten sammelt und daraus eine Einschätzung der Zahlungsfähigkeit bildet, die Banken, Vermieter und Händler bei Vertragsentscheidungen abfragen.
Nicht gespeichert werden Kontostände, Gehalt, Kaufverhalten oder der Inhalt von Kontoauszügen. Man unterscheidet positive und negative Merkmale. Positive Merkmale sind normale, vertragsgemäß laufende Verträge wie ein Girokonto oder ein pünktlich bedienter Kredit, sie stützen den Score. Negative Merkmale sind Zahlungsstörungen, gekündigte Kredite, Inkasso oder ein Mahnbescheid, sie senken ihn. Wer wissen will, was konkret über die eigene Person gespeichert ist, hat dafür jederzeit ein Recht auf eine kostenlose Datenkopie, dazu weiter unten mehr.
Was bedeutet der SCHUFA-Score?
Der SCHUFA-Score ist eine Zahl, die auf einer Skala von 100 bis 999 Punkten die eingeschätzte Kreditwürdigkeit einer Person ausdrückt, wobei ein höherer Wert eine bessere Einschätzung bedeutet. Seit dem 17. März 2026 gilt dieser neue Score und ersetzt den früheren Basisscore, der in Prozent von 0 bis 100 angegeben wurde.
Der neue Score setzt sich aus zwölf Kriterien zusammen, die die SCHUFA erstmals einzeln offenlegt, statt sie wie zuvor geheim zu halten. Er gilt einheitlich für Banken, Sparkassen, Genossenschaftsbanken, Telekommunikationsanbieter, Handel und Onlinehandel, wodurch Verbraucher und Unternehmen erstmals denselben Wert sehen. Pünktliche Zahlungen wiegen dabei am schwersten und können allein bis zu 264 Punkte ausmachen.
Woraus sich der neue SCHUFA-Score zusammensetzt
Die zwölf Kriterien sind unterschiedlich stark gewichtet. Die Zahlungshistorie ist mit Abstand der wichtigste Faktor: Wer in den letzten drei Jahren keine Zahlungsstörung hatte, bekommt hier die vollen Punkte. Die folgende Übersicht zeigt die am stärksten wiegenden Kriterien.
| Kriterium | Höchstpunkte |
|---|---|
| Zahlungsstörungen der letzten drei Jahre | 264 |
| Anfragen für Girokonten und Kreditkarten | 117 |
| Anfragen außerhalb des Bankensektors | 99 |
| Alter der aktuellen Adresse | 94 |
| Alter der ältesten Kreditkarte | 81 |
| Alter des ältesten Bankvertrags | 69 |
Aus der Summe ergibt sich eine von fünf Bonitätsklassen. Ein Wert ab 776 Punkten gilt als hervorragend, ab rund 709 Punkten als gut. Darunter folgen die mittleren Klassen, und ganz unten steht die schlechteste Stufe, in der offene Zahlungsstörungen vermerkt sind. Der Wert ist keine feste Note, sondern eine statistische Wahrscheinlichkeit, mit der die SCHUFA einschätzt, ob ein Vertrag vertragsgemäß erfüllt wird.
Wie bekomme ich meine Daten kostenlos von der SCHUFA?
Die kostenlose Datenkopie nach Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung lässt sich formlos schriftlich oder über den eigenen SCHUFA-Account anfordern und enthält den Score, alle gespeicherten Verträge, etwaige Negativmerkmale sowie die Herkunft der Daten und die Empfänger der letzten zwölf Monate. Wichtig ist, diese Datenkopie direkt bei der SCHUFA zu bestellen und nicht bei einem der zahlreichen Serviceanbieter im Netz, die für dieselbe Auskunft oft rund 29,95 Euro verlangen, obwohl sie nur die kostenlose Anfrage weiterleiten.
Die Tabelle zeigt den Unterschied zwischen der kostenlosen Datenkopie und kostenpflichtigen Auskunftsprodukten.
| Auskunftsart | Kosten | Was sie enthält |
|---|---|---|
| Datenkopie nach Art. 15 DSGVO | kostenlos, direkt bei der SCHUFA | alle gespeicherten Daten, Score, Herkunft, Empfänger der letzten 12 Monate |
| SCHUFA-Account (online) | kostenlos | laufender Einblick in Score und Einträge, jederzeit abrufbar |
| SCHUFA-BonitätsAuskunft | kostenpflichtig, rund 29,95 Euro | Auskunftsdokument, das oft für Vermieter gedacht ist |
| Weitergeleitete Anfrage über Serviceanbieter | kostenpflichtig, ähnlich hoher Betrag | dieselbe kostenlose Datenkopie, nur teurer eingekauft |
Warum du eine Konditionsanfrage statt einer Kreditanfrage stellen solltest
Wer einen Kredit vergleicht, sollte auf das richtige Wort achten. Eine Konditionsanfrage ist SCHUFA-neutral: Sie dient nur dem unverbindlichen Vergleich von Angeboten, bleibt für andere Banken unsichtbar und beeinflusst den Score nicht. Eine verbindliche Kreditanfrage dagegen wird gespeichert, ist für andere Banken eine Weile sichtbar und kann den Score kurzfristig leicht senken.
Sag der Bank oder dem Vergleichsportal deshalb ausdrücklich, dass du eine Konditionsanfrage möchtest. Musst du dennoch mehrere echte Kreditanfragen stellen, bündele sie nach einer Empfehlung von Stiftung Warentest innerhalb von 28 Tagen, weil eng aufeinanderfolgende Anfragen sonst einzeln in die Bewertung einfließen können. Beide Anfragearten werden für zwölf Monate gespeichert.
Was tun bei einem falschen SCHUFA-Eintrag?
Bei einem falschen oder veralteten Eintrag hilft eine schriftliche Beschwerde bei der SCHUFA, der Kopien von Belegen wie Verträgen, Zahlungsbestätigungen oder Kündigungsschreiben beigelegt werden. Strittige Daten müssen bis zur endgültigen Klärung gesperrt werden, dürfen also in dieser Zeit nicht in den Score einfließen.
Reagiert die SCHUFA nicht oder bleibt der Streit ungelöst, steht das SCHUFA-Ombudsverfahren offen, eine unabhängige Schlichtungsstelle, die zwischen Verbraucher und Auskunftei vermittelt. Wer stattdessen einfach abwartet, riskiert, dass ein falscher Eintrag über Monate hinweg Kreditanfragen erschwert.
Wann werden erledigte SCHUFA-Einträge gelöscht?
Erledigte Zahlungsstörungen, etwa ein beglichener Kredit, der zuvor gemahnt wurde, werden regulär drei Jahre nach der Erledigung gelöscht. Seit Januar 2025 lässt sich diese Frist auf 18 Monate verkürzen, wenn die offene Forderung innerhalb von 100 Tagen nach der Meldung beglichen wird und danach keine neuen negativen Einträge hinzukommen.
Die Löschung selbst erfolgt automatisch und taggenau, sobald die jeweilige Frist abgelaufen ist. Anfragen für einen Kredit werden nach zwölf Monaten entfernt, ein normales Girokonto verschwindet erst mit seiner Auflösung. Wer eine Löschung erwartet, die nicht erfolgt, kann sie unter Verweis auf die abgelaufene Frist schriftlich verlangen.
Nach einer Privatinsolvenz wird die Restschuldbefreiung schnell gelöscht
Wer eine Privatinsolvenz durchlaufen hat, bekam den Eintrag über die erteilte Restschuldbefreiung früher noch drei Jahre lang angezeigt. Das ist vorbei. Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom Dezember 2023 löscht die SCHUFA diesen Eintrag schon sechs Monate nach der Erteilung der Restschuldbefreiung.
Das ist für den Neustart entscheidend, weil erst nach dieser Löschung wieder normale Verträge und Kredite möglich werden. Prüfe deshalb nach Ablauf der sechs Monate deine Datenkopie und verlange die Löschung ausdrücklich, falls der Eintrag noch steht. Auch das amtliche Insolvenzbekanntmachungsportal löscht die Veröffentlichung sechs Monate nach dem Verfahrensende.
Die ersten Schritte im Umgang mit der SCHUFA
- Fordere deine kostenlose Datenkopie direkt über die SCHUFA oder deinen SCHUFA-Account an.
- Prüfe jeden Eintrag auf Richtigkeit, besonders Kredite, Kündigungen und Zahlungsstörungen.
- Widerspreche schriftlich mit Belegen, wenn ein Eintrag falsch oder veraltet ist.
- Verlange die Sperrung strittiger Daten, solange die Klärung noch läuft.
- Nutze das SCHUFA-Ombudsverfahren, wenn die Auskunftei auf deinen Widerspruch nicht reagiert.
Geldsorgen können schwer auf die Seele drücken. Wenn dich die Lage überfordert oder du Gedanken hast, nicht mehr leben zu wollen, hol dir Hilfe. Die TelefonSeelsorge ist rund um die Uhr, kostenlos und anonym unter 116 123 erreichbar, im Notfall die 112. Bei Schulden berät dich eine anerkannte Schuldnerberatungsstelle kostenlos.
Häufige Fragen
Kostet eine SCHUFA-Auskunft Geld?
Die Datenkopie nach Artikel 15 DSGVO ist bei der SCHUFA direkt kostenlos und enthält alle gespeicherten Daten samt Score. Kostenpflichtig sind nur zusätzliche Produkte wie die SCHUFA-BonitätsAuskunft oder Serviceanbieter, die für dieselbe kostenlose Auskunft eine Gebühr verlangen.
Woraus setzt sich der neue SCHUFA-Score zusammen?
Der neue SCHUFA-Score setzt sich aus zwölf offengelegten Kriterien zusammen. Am schwersten wiegen die Zahlungsstörungen der letzten drei Jahre mit bis zu 264 Punkten, gefolgt von der Zahl der Kredit- und Kontoanfragen sowie dem Alter von Adresse, Kreditkarte und Bankverbindung.
Was ist der Unterschied zwischen einer Konditionsanfrage und einer Kreditanfrage?
Eine Konditionsanfrage ist SCHUFA-neutral und dient nur dem unverbindlichen Vergleich von Kreditangeboten, sie beeinflusst den Score nicht. Eine verbindliche Kreditanfrage wird dagegen gespeichert, ist für andere Banken sichtbar und kann den Score kurzfristig leicht senken.
Wie verbessere ich meinen SCHUFA-Score?
Deinen SCHUFA-Score verbesserst du vor allem, indem du Rechnungen und Raten pünktlich zahlst, nicht genutzte Konten und Kreditkarten kündigst, falsche Einträge korrigieren lässt und beim Kreditvergleich Konditionsanfragen statt echter Kreditanfragen stellst. Pünktliche Zahlungen wiegen mit Abstand am schwersten.
Wie lange bleibt ein erledigter Kredit in der SCHUFA-Akte gespeichert?
Ein erledigter Kredit oder eine beglichene Zahlungsstörung wird regulär drei Jahre nach der Erledigung gelöscht. Wird die Forderung innerhalb von 100 Tagen nach der Meldung beglichen, lässt sich diese Frist seit Januar 2025 auf 18 Monate verkürzen.
Wie lange steht eine Privatinsolvenz in der SCHUFA?
Die erteilte Restschuldbefreiung nach einer Privatinsolvenz wird seit einem EuGH-Urteil von 2023 nur noch sechs Monate lang gespeichert und danach gelöscht. Vorher blieb dieser Eintrag drei Jahre bestehen, was einen Neustart deutlich erschwerte.
Was mache ich, wenn die SCHUFA einen falschen Eintrag nicht korrigiert?
Bleibt eine schriftliche Beschwerde mit Belegen erfolglos, kann das unabhängige SCHUFA-Ombudsverfahren eingeschaltet werden, das zwischen Verbraucher und Auskunftei vermittelt. Bis zur Klärung muss der strittige Eintrag gesperrt bleiben und darf nicht in den Score einfließen.
Quellen
- Erklärung des neuen SCHUFA-Scores von 100 bis 999 Punkten und Empfehlungen zum Umgang mit Auskunfteien. verbraucherzentrale.de
- Informationen der SCHUFA selbst zur kostenlosen Datenkopie und zur Funktionsweise des neuen Scores. schufa.de
- Unabhängige Einordnung von Stiftung Warentest zu Score-Kriterien, Löschfristen und dem Vorgehen bei fehlerhaften Einträgen. test.de
- ADAC zum neuen SCHUFA-Score 2026, den zwölf Kriterien und ihrer Gewichtung. adac.de
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