E-Mail- oder Social-Media-Konto gehackt
Geprüft von der Redaktion

Das Wichtigste in Kürze
- Ein gekapertes Konto erkennst du daran, dass der Login trotz richtigem Passwort scheitert oder fremde Nachrichten in deinem Namen verschickt werden.
- Hast du noch Zugriff: Passwort sofort ändern, alle Geräte abmelden, Zwei-Faktor-Schutz einschalten.
- Bist du ausgesperrt: die Wiederherstellung des Anbieters nutzen, zum Beispiel facebook.com/hacked oder die Passwort-vergessen-Funktion.
- Prüfe, ob eine heimliche Weiterleitung eingerichtet wurde, und ändere überall dort das Passwort, wo du dasselbe benutzt hast.
- Dein E-Mail-Konto ist der Generalschlüssel zu allen anderen Konten. Es zu sichern hat immer Vorrang.
Mein Konto wurde gehackt, was jetzt?
Wenn dein Konto gehackt wurde, hol dir als Erstes die Kontrolle zurück: Ändere sofort das Passwort, melde alle fremden Geräte ab und schalte den Zwei-Faktor-Schutz ein. Kannst du dich gar nicht mehr einloggen, nutze die Wiederherstellung deines Anbieters. Wichtig ist die Reihenfolge und das Tempo, denn je schneller du handelst, desto weniger können die Täter mit deinem Konto anrichten. Und vorweg: Ein gehacktes Konto ist kein Zeichen von Nachlässigkeit. Zugangsdaten werden massenhaft bei Datenlecks gestohlen und automatisiert ausprobiert. Das trifft auch Menschen mit guten Passwörtern.
Woran du ein gekapertes Konto erkennst
Meist zeigen sich mehrere dieser Anzeichen gleichzeitig. Schon eines davon ist Grund genug, das Konto zu prüfen.
- Du kannst dich nicht mehr einloggen, obwohl das Passwort stimmt.
- Freunde bekommen Nachrichten von dir, die du nie geschrieben hast.
- Es tauchen Anmeldungen von unbekannten Geräten oder aus fremden Orten auf.
- Einstellungen haben sich verändert, etwa die hinterlegte Telefonnummer oder Wiederherstellungs-Adresse.
- Der Anbieter meldet einen Anmeldeversuch oder eine Passwortänderung, die nicht von dir kam.
- In deinem Postfach fehlen Nachrichten, oder es liegen unbekannte Antworten im Gesendet-Ordner.
Wenn du noch Zugriff hast: Konto sichern
Solange du noch hineinkommst, geht die Rettung schnell. Nutze dafür am besten ein anderes, sauberes Gerät, damit deine neuen Daten nicht gleich wieder abgefangen werden.
- Gerät prüfen. Führe auf dem Gerät, mit dem du dich zuletzt eingeloggt hast, einen Virenscan durch. Wechsle für die nächsten Schritte auf ein Gerät, dem du vertraust.
- Passwort ändern. Vergib ein neues, langes Passwort, das du nirgendwo sonst benutzt.
- Alle Sitzungen beenden. Melde in den Sicherheitseinstellungen alle Geräte ab. Damit fliegen auch die Täter raus.
- Zwei-Faktor-Schutz einschalten. Ein zweiter Faktor per App oder Passkey verhindert, dass jemand allein mit dem Passwort wieder hineinkommt.
- Kontaktdaten prüfen. Kontrolliere die hinterlegte E-Mail-Adresse und Telefonnummer und entferne alles, was nicht von dir stammt.
Wenn du ausgesperrt bist: Konto zurückholen
Kommst du gar nicht mehr hinein, führt der Weg über die Wiederherstellung des Anbieters. Fast jeder große Dienst hat dafür eine eigene Seite.
- Öffne die Passwort-vergessen-Funktion auf der Anmeldeseite und lass dir einen Wiederherstellungs-Link an deine hinterlegte Adresse oder Nummer schicken.
- Bei Facebook rufst du facebook.com/hacked auf und wählst, dass dein Konto kompromittiert wurde. Instagram und andere Netzwerke bieten ähnliche Hilfeseiten.
- Haben die Täter die hinterlegte Adresse und Nummer geändert, nutze das Formular zur Kontowiederherstellung und weise deine Identität nach.
- Reagiere auf Sicherheitsmails des Anbieters. Oft steht darin ein Link, mit dem du eine Änderung rückgängig machen kannst, wenn du schnell bist.
- Kommst du nicht weiter, suche über die offizielle Startseite des Dienstes den Support. Gib niemals Daten auf einer Seite ein, zu der dich eine unerwartete Nachricht schickt.
Eine Umfrage der Verbraucherzentrale zeigt: Fast alle, die Hilfe vom Anbieter bekamen, konnten ihr Konto am Ende wiederherstellen. Der direkte Weg über die offizielle Wiederherstellung lohnt sich also.
Warum das E-Mail-Konto der Generalschlüssel ist
Das E-Mail-Konto ist wichtiger als jedes andere, weil fast alle Passwort-Rücksetzungen darüber laufen. Wer dein Postfach kontrolliert, kann sich bei Shops, Zahlungsdiensten und sozialen Netzwerken neue Passwörter schicken lassen und dich so aus einem Konto nach dem anderen aussperren. Deshalb gilt: Ist das E-Mail-Konto betroffen, sicherst du es zuerst, bevor du dich um andere Dienste kümmerst. Und prüfe im Postfach besonders eine Falle, die viele übersehen. Täter richten oft eine automatische Weiterleitung an eine fremde Adresse ein. Dann lesen sie still mit und fangen Wiederherstellungs-Links ab, selbst nachdem du das Passwort geändert hast. Wirf also einen Blick in die Weiterleitungs- und Filterregeln und lösche alles, was du nicht selbst eingerichtet hast.
Nach der Rettung: den Schaden begrenzen
Wenn das Konto wieder dir gehört, ist die Arbeit noch nicht ganz fertig. Diese Schritte verhindern Folgeschäden.
- Andere Konten sichern. Ändere das Passwort überall dort, wo du dasselbe benutzt hast oder wo die betroffene Adresse als Kontakt hinterlegt ist.
- Kontakte warnen. Sag Familie, Freunden und Kollegen Bescheid, dass Nachrichten aus deinem Namen betrügerisch sein können. So schützt du sie vor Phishing und Schocknachrichten.
- Abbuchungen prüfen. War ein Zahlungsdienst mit dem Konto verknüpft, kontrolliere deine Umsätze und sperre im Zweifel Karten über 116 116.
- Beweise sichern und Anzeige erstatten. Screenshots von fremden Anmeldungen und Nachrichten aufheben, dann Anzeige bei der Polizei oder über die Onlinewache.
Was die Täter mit deinem Konto anfangen
Zu verstehen, worauf es die Täter abgesehen haben, hilft dir, die richtigen Stellen zuerst zu sichern. Ein gekapertes Konto ist für Kriminelle vor allem ein Werkzeug. Über dein E-Mail-Postfach setzen sie Passwörter anderer Dienste zurück. Über dein Social-Media-Profil schreiben sie deine Kontakte an und bitten in deinem Namen um Geld oder locken sie auf betrügerische Seiten. Sie durchsuchen alte Nachrichten nach Rechnungen, Adressen und Zahlungsdaten. Und sie nutzen gespeicherte Fotos oder private Chats, um dich unter Druck zu setzen. Je schneller du das Konto zurückholst und Kontakte warnst, desto weniger von alldem gelingt.
Sonderfall Handy und SIM-Karte
Ein besonders heikler Fall betrifft deine Handynummer selbst. Beim sogenannten SIM-Swapping bringen Kriminelle deinen Mobilfunkanbieter dazu, deine Nummer auf eine neue SIM-Karte zu übertragen. Danach landen die Codes für den Zwei-Faktor-Schutz bei ihnen statt bei dir, und sie können Konten übernehmen, die per SMS abgesichert sind. Das erste Anzeichen ist oft, dass dein Handy plötzlich kein Netz mehr hat, obwohl es überall Empfang gibt. Passiert das ohne Grund, ruf sofort deinen Mobilfunkanbieter über eine andere Leitung an und lass die Nummer sperren. Für die Zukunft schützt du dich, indem du den Zwei-Faktor-Schutz möglichst über eine App oder einen Passkey einrichtest statt über SMS, denn eine App lässt sich nicht auf eine fremde SIM-Karte umziehen.
Sonderfall Messenger: der Verifizierungscode-Trick
Bei WhatsApp und ähnlichen Diensten läuft die Übernahme oft anders. Die Täter geben deine Nummer bei der Anmeldung ein und lassen sich den Verifizierungscode per SMS schicken, der bei dir landet. Dann melden sie sich, oft aus dem gekaperten Konto eines Bekannten, und bitten dich, ihnen den Code weiterzuleiten, weil er angeblich versehentlich an dich ging. Gib diesen Code niemals weiter. Wer deinen Code hat, übernimmt dein Konto. Ist es doch passiert, richte in den Einstellungen die Bestätigung in zwei Schritten mit einer eigenen PIN ein und melde dich mit deiner Nummer neu an, dann fliegen die Täter heraus.
In den Tagen danach wachsam bleiben
Auch wenn das Konto wieder dir gehört, lohnt sich in der ersten Woche ein genauer Blick. Kontrolliere deine Kontoauszüge und die Bestellhistorie verknüpfter Shops auf Vorgänge, die nicht von dir stammen. Sieh nach, ob neue Geräte oder Apps mit dem Konto verbunden wurden, und entferne alles Unbekannte. Prüfe erneut die Weiterleitungs- und Filterregeln im Postfach, denn manchmal richten Täter mehr als eine ein. Kommen dir Zweifel, ob wirklich alles sauber ist, ändere die wichtigsten Passwörter ein zweites Mal von einem Gerät aus, dem du vertraust. Diese kurze Nachkontrolle stellt sicher, dass die Täter keine stille Hintertür behalten haben.
Der beste Schutz für die Zukunft ist einfach eingerichtet: ein eigenes langes Passwort je Konto, verwaltet in einem Passwort-Manager, dazu Zwei-Faktor-Schutz oder ein Passkey überall, wo es geht. Ein Passkey ist ein moderner Ersatz fürs Passwort, der auf deinem Gerät liegt und sich nicht abphishen lässt. Das BSI und die Polizeiliche Kriminalprävention stellen für den Ernstfall eine kostenlose Notfall-Checkliste für gehackte E-Mail-Konten bereit.
Häufige Fragen
Was mache ich zuerst, wenn mein Konto gehackt wurde?
Wenn dein Konto gehackt wurde, änderst du zuerst das Passwort, meldest alle fremden Geräte ab und schaltest den Zwei-Faktor-Schutz ein. Nutze dafür ein sauberes Gerät. Bist du bereits ausgesperrt, startest du sofort die Wiederherstellung deines Anbieters.
Wie hole ich ein gehacktes Facebook- oder Instagram-Konto zurück?
Ein gehacktes Facebook-Konto holst du über facebook.com/hacked zurück, wo du angibst, dass dein Konto kompromittiert wurde. Instagram bietet eine ähnliche Hilfeseite. Nutze zusätzlich die Passwort-vergessen-Funktion und, falls die Täter deine Daten geändert haben, das Formular zur Kontowiederherstellung.
Warum ist mein E-Mail-Konto besonders wichtig?
Dein E-Mail-Konto ist besonders wichtig, weil fast alle Passwort-Rücksetzungen darüber laufen. Wer dein Postfach kontrolliert, kann sich bei anderen Diensten neue Passwörter schicken lassen. Deshalb sicherst du bei einem Angriff immer zuerst das E-Mail-Konto.
Woran erkenne ich, dass jemand heimlich meine Mails mitliest?
Dass jemand heimlich deine Mails mitliest, erkennst du oft an einer automatischen Weiterleitung an eine fremde Adresse oder an neuen Filterregeln, die du nicht angelegt hast. Prüfe die Weiterleitungs- und Filtereinstellungen deines Postfachs und lösche alles Fremde. Sonst fangen die Täter weiter deine Wiederherstellungs-Links ab.
Reicht es, nur das Passwort des gehackten Kontos zu ändern?
Nein, es reicht nicht, nur das eine Passwort zu ändern. Ändere es auch bei jedem anderen Konto, für das du dasselbe Passwort benutzt oder bei dem die betroffene E-Mail-Adresse hinterlegt ist. Melde außerdem alle Geräte ab und schalte den Zwei-Faktor-Schutz ein.
Soll ich einen gehackten Account bei der Polizei anzeigen?
Ja, zeige einen gehackten Account bei der Polizei an, denn das unbefugte Eindringen in ein Konto ist strafbar. Die Anzeige ist kostenlos und geht auch online über die Onlinewache. Sichere vorher Beweise wie Screenshots von fremden Anmeldungen und Nachrichten.
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