Kreditkarten- und Bankbetrug online
Geprüft von der Redaktion

Das Wichtigste in Kürze
- Sperre die Karte sofort über den zentralen Sperr-Notruf 116 116. Er ist rund um die Uhr und auch aus dem Ausland erreichbar.
- Bei einer nicht autorisierten Zahlung muss deine Bank dir das Geld erstatten, meist bis zum Ende des nächsten Geschäftstags. Das steht in Paragraf 675u BGB.
- Deine Haftung ist begrenzt. Die Bank muss dir grobe Fahrlässigkeit nachweisen, nicht umgekehrt.
- Eine unberechtigte SEPA-Lastschrift holst du innerhalb von 8 Wochen ohne Angabe von Gründen zurück.
- Am schwersten ist es bei Überweisungen, die du selbst nach einer Täuschung veranlasst hast. Handle hier besonders schnell.
- Fordere die Erstattung schriftlich, erstatte Anzeige und schalte bei einer Weigerung die Schlichtungsstelle ein.
Unbekannte Abbuchung auf Karte oder Konto: so holst du dein Geld zurück
Wenn auf deiner Kreditkarte oder deinem Konto eine Zahlung auftaucht, die du nie veranlasst hast, sperre zuerst die Karte über 116 116 und fordere dann von deiner Bank schriftlich die Erstattung. Bei einer nicht autorisierten Zahlung bist du gesetzlich gut geschützt: Nach Paragraf 675u des Bürgerlichen Gesetzbuchs muss deine Bank dir den Betrag unverzüglich zurückerstatten, spätestens bis zum Ende des folgenden Geschäftstags, und dein Konto wieder in den vorherigen Stand versetzen. Nicht autorisiert heißt: Du hast diese Zahlung weder ausgelöst noch freigegeben.
Das ist die gute Nachricht in einer unangenehmen Lage. Anders als viele denken, liegt die Beweislast nicht bei dir. Will die Bank die Erstattung verweigern, muss sie dir nachweisen, dass du grob fahrlässig gehandelt hast. Deshalb ist es wichtig, schnell zu reagieren und alles zu dokumentieren.
Diese Schritte gehst du jetzt
Die Reihenfolge zählt. Der erste Schritt stoppt den Schaden, die nächsten sichern deine Erstattung.
- Karte sofort sperren. Ruf den zentralen Sperr-Notruf 116 116 an, rund um die Uhr erreichbar. Sperre zusätzlich, wenn nötig, das Online-Banking bei deiner Bank.
- Bank informieren und Erstattung fordern. Melde die unbekannten Zahlungen deiner Bank und verlange schriftlich die Erstattung. Beziehe dich auf Paragraf 675u BGB und setze eine Frist.
- Alle Umsätze prüfen. Geh die letzten Wochen durch und melde jede Buchung, die du nicht kennst. Betrüger testen oft mit kleinen Beträgen, bevor sie größere abbuchen.
- Zugangsdaten ändern. Ändere die Passwörter fürs Online-Banking und für die Mail-Adresse, die damit verknüpft ist. Prüfe, ob dein Freigabeverfahren noch sicher ist.
- Anzeige erstatten. Erstatte Anzeige bei der Polizei. Das brauchst du oft für die Bank und immer, damit die Tat verfolgt werden kann.
- Bei Weigerung nachfassen. Erstattet die Bank nicht, wende dich an die Schlichtungsstelle deiner Bankengruppe oder hol dir rechtliche Hilfe. Das ist für dich kostenlos.
Karte, Lastschrift oder Überweisung: der Weg zum Geld ist verschieden
Wie gut du an dein Geld kommst, hängt stark davon ab, auf welchem Weg es abgeflossen ist. Der entscheidende Unterschied ist, ob die Zahlung ohne dein Zutun geschah oder ob du sie, getäuscht durch Betrüger, selbst ausgelöst hast.
| Zahlungsweg | So kommst du an dein Geld | Frist |
|---|---|---|
| Nicht autorisierte Kartenzahlung | Bank muss erstatten (Paragraf 675u BGB) | Sofort melden, Anspruch bis 13 Monate |
| SEPA-Lastschrift | Rückbuchung über die Bank, ohne Begründung | 8 Wochen, ohne Mandat bis 13 Monate |
| Selbst veranlasste Überweisung nach Täuschung | Empfängerbank um Rückholung bitten, schwierig | So schnell wie möglich, jede Stunde zählt |
Bei einer unberechtigten SEPA-Lastschrift ist die Rückbuchung besonders einfach: Innerhalb von 8 Wochen ab Belastung kannst du sie über deine Bank zurückholen, ohne einen Grund zu nennen. Wurde ganz ohne dein Mandat abgebucht, hast du sogar bis zu 13 Monate Zeit. Diese Rückbuchung kostet dich nichts.
Am schwierigsten ist der Fall, in dem du eine Überweisung selbst ausgelöst hast, weil dich jemand getäuscht hat, etwa bei einem angeblichen Anruf der Bank oder einer gefälschten Zahlungsaufforderung. Eine einmal ausgeführte Überweisung, besonders eine Echtzeitüberweisung, ist schwer zurückzuholen. Hier zählt jede Stunde: Ruf sofort deine Bank an und bitte sie, die Überweisung zu stoppen oder bei der Empfängerbank zurückzuholen.
Wie viel du selbst haftest
Viele fürchten, auf dem Schaden sitzen zu bleiben. Das Gesetz schützt dich aber deutlich. Geht deine Karte verloren oder wird sie missbraucht, haftest du bis zum Zeitpunkt der Sperrung höchstens mit 50 Euro. Nach der Sperrung haftest du gar nicht mehr für weitere Zahlungen. Diese Grenze steht in Paragraf 675v BGB.
Voll haftest du nur, wenn du vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt hast, etwa indem du deine PIN zusammen mit der Karte aufbewahrt oder eine TAN am Telefon weitergegeben hast. Und selbst dann muss die Bank dir dieses Verhalten nachweisen. Deshalb ist es so wichtig, geheime Daten niemals herauszugeben und eine Push-Freigabe im Banking nie zu bestätigen, wenn du die Zahlung nicht selbst ausgelöst hast.
Je schneller du sperrst, desto besser stehst du da. Speichere dir die 116 116 jetzt ins Handy, dann suchst du im Ernstfall nicht lange. Aus dem Ausland wählst du die Nummer mit der Vorwahl davor. Nach dem Sperren kümmerst du dich in Ruhe um die Erstattung.
Woran du Betrug früh erkennst
Kreditkarten- und Bankbetrug beginnt selten mit der großen Abbuchung. Am Anfang steht fast immer der Versuch, an deine Daten zu kommen. Das läuft über gefälschte Mails und SMS, die aussehen wie Nachrichten deiner Bank, über gefälschte Anrufe, bei denen sich jemand als Bankmitarbeiter ausgibt, und über nachgebaute Login-Seiten.
Zwei Regeln schützen dich vor fast allen diesen Maschen. Erstens: Keine Bank fordert dich per Mail, SMS oder Anruf auf, Zugangsdaten, PIN oder TAN einzugeben oder eine Zahlung zu bestätigen. Wer das verlangt, ist ein Betrüger. Zweitens: Bestätige im Banking nur, was du selbst gerade ausgelöst hast. Eine Freigabe, die unaufgefordert auftaucht, lehnst du ab und rufst deine Bank über die dir bekannte Nummer an.
Kontrolliere außerdem regelmäßig deine Umsätze, nicht nur am Monatsende. Wer kleine unbekannte Beträge früh entdeckt, verhindert oft den großen Schaden. Viele Betrüger buchen erst einen Testbetrag von wenigen Cent ab, um zu sehen, ob die Daten funktionieren.
Nach dem Betrug dein Konto absichern
Mit der Erstattung ist die Sache oft noch nicht erledigt. Betrüger, die einmal an deine Daten gekommen sind, versuchen es erfahrungsgemäß erneut. Deshalb sicherst du nach einem Vorfall den ganzen Zugang, nicht nur die eine Buchung.
Vergib ein neues, einzigartiges Passwort fürs Online-Banking und ändere auch das Passwort der E-Mail-Adresse, die damit verknüpft ist. Richte, falls noch nicht vorhanden, ein sicheres Freigabeverfahren mit Zwei-Faktor-Bestätigung ein. Prüfe in deinem Konto, ob fremde Empfänger, neue Daueraufträge oder geänderte Kontaktdaten hinterlegt wurden, denn manche Betrüger bauen sich so einen zweiten Zugang. Wurde die Masche über eine gefälschte Mail oder SMS eingeleitet, lösche diese nicht sofort, sondern hebe sie als Beweis für die Anzeige auf. Und behalte deine Umsätze noch einige Wochen im Blick, denn manche Abbuchungen tauchen erst mit Verzögerung auf oder werden in kleinen Beträgen getestet.
Häufige Fragen
Muss die Bank mir das Geld bei Kreditkartenbetrug zurückerstatten?
Ja, bei einer nicht autorisierten Zahlung muss deine Bank dir das Geld erstatten. Nach Paragraf 675u BGB hat sie den Betrag unverzüglich zurückzubuchen, spätestens bis zum Ende des folgenden Geschäftstags. Verweigern darf sie das nur, wenn sie dir nachweist, dass du vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt hast. Fordere die Erstattung schriftlich.
Wie sperre ich meine Kreditkarte im Notfall?
Deine Kreditkarte sperrst du über den zentralen Sperr-Notruf 116 116, rund um die Uhr und auch aus dem Ausland erreichbar. Aus dem Ausland wählst du die deutsche Vorwahl davor. Sperre zusätzlich, wenn nötig, dein Online-Banking direkt bei der Bank. Je schneller du sperrst, desto geringer ist deine Haftung.
Bis wann kann ich eine unberechtigte Lastschrift zurückbuchen?
Eine SEPA-Lastschrift kannst du innerhalb von 8 Wochen ab der Belastung über deine Bank zurückbuchen, ohne einen Grund zu nennen. Wurde ganz ohne dein Mandat abgebucht, hast du sogar bis zu 13 Monate Zeit. Die Rückbuchung ist für dich kostenlos. Widersprich der Abbuchung einfach gegenüber deiner Bank.
Wie viel hafte ich, wenn meine Karte missbraucht wurde?
Bei Missbrauch einer verlorenen oder gestohlenen Karte haftest du bis zur Sperrung höchstens mit 50 Euro (Paragraf 675v BGB). Nach der Sperrung haftest du für weitere Zahlungen nicht mehr. Voll haftest du nur bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit, etwa wenn du eine TAN weitergegeben hast, und auch das muss die Bank dir nachweisen.
Ich habe eine Überweisung selbst getätigt und wurde getäuscht. Bekomme ich das Geld zurück?
Bei einer selbst ausgelösten Überweisung ist die Rückholung schwieriger, weil du die Zahlung freigegeben hast. Trotzdem lohnt sich schnelles Handeln: Ruf sofort deine Bank an und bitte sie, die Überweisung zu stoppen oder bei der Empfängerbank zurückzuholen. Bei einer Echtzeitüberweisung zählt jede Stunde. Erstatte zusätzlich Anzeige.
Was tue ich, wenn die Bank die Erstattung ablehnt?
Lehnt die Bank die Erstattung ab, verlange eine schriftliche Begründung und widersprich ihr. Danach kannst du dich kostenlos an die Schlichtungsstelle deiner Bankengruppe wenden oder anwaltliche Hilfe holen. Die Beweislast für grobe Fahrlässigkeit liegt bei der Bank, nicht bei dir. Halte deine Anzeige und alle Nachweise bereit.
Woran erkenne ich eine gefälschte Nachricht meiner Bank?
Eine gefälschte Nachricht deiner Bank erkennst du vor allem daran, dass sie dich zum Handeln drängt und nach geheimen Daten fragt. Keine Bank verlangt per Mail, SMS oder Anruf, dass du Zugangsdaten, PIN oder TAN eingibst oder eine Zahlung bestätigst. Auch Zeitdruck, Drohungen mit einer Kontosperrung und Links zu einer Login-Seite sind Warnzeichen. Im Zweifel tippe nichts an, sondern ruf deine Bank über die dir bekannte Nummer selbst an.
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