Bestattungsarten im Ueberblick
Geprüft von der Redaktion

Das Wichtigste in Kürze
- Es gibt zwei Grundformen: die Erdbestattung im Sarg und die Feuerbestattung mit Einäscherung.
- Aus der Feuerbestattung ergeben sich viele Beisetzungsformen, darunter Urnengrab, Baumbestattung, Seebestattung und das anonyme Grab.
- In Deutschland gilt der Friedhofszwang: Sarg und Urne müssen an einen zugelassenen Ort. Die Urne mit nach Hause zu nehmen ist nur in wenigen Bundesländern erlaubt.
- Die Kosten reichen grob von rund 1.500 Euro für ein anonymes Grab bis über 15.000 Euro für ein aufwendiges Erdgrab.
- Am günstigsten sind anonyme und Gemeinschaftsgräber, weil Grabstein und dauerhafte Grabpflege wegfallen.
- Was erlaubt ist, regelt jedes Bundesland in einem eigenen Bestattungsgesetz.
Die zwei Grundformen der Bestattung
Jede Bestattung in Deutschland baut auf einer von zwei Formen auf: der Erdbestattung oder der Feuerbestattung. Bei der Erdbestattung wird der Verstorbene im Sarg beigesetzt. Bei der Feuerbestattung wird der Körper zuerst eingeäschert, die Asche kommt in eine Urne, und erst diese Urne wird beigesetzt. Alles Weitere, was du an Namen hörst, sind Spielarten dieser beiden Grundformen.
Die Feuerbestattung hat die Auswahl in den letzten Jahrzehnten stark erweitert. Weil eine Urne kleiner und leichter ist als ein Sarg, sind viele Orte der Beisetzung möglich: ein klassisches Urnengrab, eine Grabkammer in einer Wand, ein Baum im Wald, das Meer oder ein Gemeinschaftsfeld ohne Namen. Welche dieser Möglichkeiten es vor Ort gibt, hängt vom Bundesland und vom jeweiligen Friedhof ab.
Welche Bestattungsart die richtige ist, hängt an drei Dingen: am Wunsch des Verstorbenen, am Budget und am Aufwand, den die Angehörigen später mit dem Grab haben wollen. Hat die verstorbene Person ihre Wünsche nicht festgehalten, entscheiden die nächsten Angehörigen. Deshalb ist es sinnvoll, die eigenen Vorstellungen zu Lebzeiten aufzuschreiben.
Die Erdbestattung im Sarg
Die Erdbestattung ist die traditionelle Form. Der Verstorbene wird im Sarg auf einem Friedhof beigesetzt, meist in einem Reihengrab oder einem Wahlgrab. Beim Reihengrab weist der Friedhof die Stelle zu, beim Wahlgrab kannst du den Platz aussuchen und die Ruhezeit oft verlängern. Für ein Wahlgrab zahlst du mehr.
Diese Form ist in der Regel die teuerste, und sie bindet die Angehörigen am längsten. Ein Erdgrab braucht Pflege über viele Jahre, dazu kommen ein Grabstein und die laufenden Friedhofsgebühren. Auch die Frist ist enger: In den meisten Bundesländern muss eine Erdbestattung innerhalb weniger Tage nach dem Tod stattfinden. Wer aus religiösen Gründen eine Erdbestattung wünscht, sollte das früh mit dem Bestatter klären.
Die Feuerbestattung und ihre Beisetzungsformen
Bei der Feuerbestattung wird der Verstorbene in einem Krematorium eingeäschert. Vorher ist in vielen Bundesländern eine zweite Leichenschau vorgeschrieben, was ein paar Tage mehr Zeit braucht. Nach der Einäscherung kommt die Asche in eine Urne, und für deren Beisetzung hast du mehrere Möglichkeiten.
Am häufigsten ist das Urnengrab auf dem Friedhof, entweder als eigene kleine Grabstelle oder als Kammer in einer Urnenwand, dem sogenannten Kolumbarium. Bei der Baumbestattung wird die Urne an einer Baumwurzel im Wald beigesetzt, etwa in einem Ruheforst oder FriedWald. Diese Urne ist aus abbaubarem Material. Bei der Seebestattung wird eine wasserlösliche Urne auf dem offenen Meer versenkt, begleitet von einer Feier an Bord. Wer keine benannte Grabstelle möchte, wählt ein anonymes Grab oder ein Gemeinschaftsfeld, auf dem viele Verstorbene gemeinsam ruhen.
Die Bestattungsarten im Vergleich
Die folgende Übersicht ordnet die wichtigsten Formen nach dem, was geschieht, was sie ungefähr kosten und wie viel Grabpflege sie verlangen. Die Preise sind eine grobe Orientierung. Sie schwanken stark nach Region, Friedhof und Ausstattung.
| Bestattungsart | Was geschieht | Grobe Kostenspanne | Grabpflege |
|---|---|---|---|
| Erdbestattung | Sarg im Reihen- oder Wahlgrab | ca. 6.000 bis 15.000 Euro | hoch, über viele Jahre |
| Feuerbestattung mit Urnengrab | Urne im Grab oder in der Urnenwand | ca. 4.000 bis 8.000 Euro | mittel |
| Baumbestattung | Urne an einer Baumwurzel im Wald | ca. 3.500 bis 7.000 Euro | keine, die Natur pflegt sich selbst |
| Seebestattung | Urne auf dem offenen Meer | ca. 3.500 bis 8.000 Euro | keine |
| Anonymes oder Gemeinschaftsgrab | Urne ohne benannte Grabstelle | ca. 1.500 bis 3.500 Euro | keine |
Der Friedhofszwang und seine Ausnahmen
In Deutschland gilt der Friedhofszwang, auch Friedhofspflicht genannt. Er bedeutet, dass die sterblichen Überreste an einem dafür zugelassenen Ort beigesetzt werden müssen, ob im Sarg oder in der Urne. Anders als in manchen Nachbarländern darf die Asche also nicht einfach im eigenen Garten verstreut oder frei aufbewahrt werden. Das schränkt manche Wünsche ein.
Es gibt Ausnahmen, und sie unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. Die Seebestattung und die Waldbestattung sind zugelassene Orte im Sinne des Gesetzes. Einige Bundesländer erlauben inzwischen auch, die Urne mit nach Hause zu nehmen oder die Asche auf bestimmten Flächen zu verstreuen. Weil jedes Land dazu ein eigenes Bestattungsgesetz hat, solltest du deine Wünsche immer für dein Bundesland prüfen. Der Bestatter kennt die örtlichen Regeln.
Woraus sich der Preis zusammensetzt
Die große Preisspanne verwirrt viele. Sie entsteht, weil eine Bestattung aus vielen einzelnen Posten besteht. Zum einen sind da die Leistungen des Bestatters: Versorgung des Verstorbenen, Sarg oder Urne, Überführung und die Abwicklung der Formalitäten. Zum anderen kommen die Gebühren des Friedhofs oder Krematoriums, die Grabstelle und ihre Ruhezeit, dazu die Trauerfeier und ein möglicher Grabstein.
Gerade die Grabstelle und die Grabpflege treiben den Preis. Ein aufwendiges Erdgrab kostet über die Jahre ein Vielfaches eines anonymen Urnengrabes. Wer sparen will oder muss, findet bei anonymen Gräbern, Gemeinschaftsfeldern und Naturbestattungen die günstigsten Wege, weil dort Stein und dauerhafte Pflege entfallen. Die Verbraucherzentrale nennt für eine einfache Bestattung eine Orientierung von etwa 3.000 bis 5.000 Euro, betont aber, dass das kein garantierter Preis ist.
Ein weiterer Hebel ist die Ruhezeit der Grabstelle. Sie beträgt je nach Friedhof und Bodenart oft 20 bis 30 Jahre und lässt sich bei Wahlgräbern gegen erneute Gebühren verlängern. Wer die laufenden Kosten für die Angehörigen gering halten will, wählt eine Form ohne eigene Grabpflege. Lass dir vom Bestatter immer eine schriftliche Kostenaufstellung geben, in der jeder Posten einzeln steht. Dann erkennst du, wo du gezielt sparen kannst.
Die Trauerfeier und besondere Wünsche
Zu fast jeder Bestattung gehört eine Trauerfeier. Sie ist unabhängig von der Bestattungsart und lässt sich frei gestalten, kirchlich oder weltlich, groß oder im engsten Kreis. Ob mit einem Redner, mit Musik, in einer Kapelle oder direkt am Grab, das entscheidet ihr. Diese Feier ist ein eigener Kostenpunkt und ein wichtiger Teil des Abschieds. Nimm dir Zeit, sie so zu gestalten, wie es zum Verstorbenen passt.
Neben den klassischen Formen gibt es immer wieder neue Angebote, etwa Schmuck oder einen Diamanten aus einem kleinen Teil der Asche. Wegen des Friedhofszwangs sind solche Verfahren in Deutschland aber nur eingeschränkt möglich und laufen oft über das Ausland. Prüfe bei ungewöhnlichen Wünschen immer vorher, was in deinem Bundesland erlaubt ist, damit es später keine böse Überraschung gibt.
Wie du die passende Bestattungsart wählst
Wenn du für einen Angehörigen oder für dich selbst entscheiden musst, hilft dir diese Reihenfolge.
- Prüfe, ob der Verstorbene seine Wünsche schriftlich festgehalten hat, etwa in einer Bestattungsverfügung.
- Kläre, welche Formen in deinem Bundesland und auf dem gewünschten Friedhof möglich sind.
- Lege ein Budget fest und trenne einmalige Kosten von der laufenden Grabpflege.
- Hole bei mehreren Bestattern ein Angebot ein und vergleiche die einzelnen Posten.
- Entscheide dich für eine Form und halte die örtlichen Fristen ein.
Du musst nichts im ersten Moment allein entscheiden. Bestatter beraten kostenlos, und du darfst dir Angebote in Ruhe ansehen. Wenn du für dich selbst vorsorgen willst, halte deine Wünsche in einer Bestattungsverfügung fest und sprich mit der Familie darüber. Das nimmt den Angehörigen später eine schwere Entscheidung ab. Wenn dir die Situation seelisch zu viel wird, ist die Telefonseelsorge kostenlos und anonym unter 116 123 für dich da.
Häufige Fragen
Welche Bestattungsart ist die günstigste?
Die günstigste Bestattungsart ist in der Regel das anonyme Urnengrab oder ein Gemeinschaftsgrab, oft für rund 1.500 bis 3.500 Euro. Der Grund ist, dass dabei ein Grabstein und die dauerhafte Grabpflege wegfallen. Auch Baum- und Seebestattungen sind meist günstiger als ein klassisches Erdgrab.
Darf ich die Urne eines Verstorbenen mit nach Hause nehmen?
Die Urne eines Verstorbenen mit nach Hause zu nehmen ist in Deutschland nur in wenigen Bundesländern erlaubt. In den meisten Ländern gilt der Friedhofszwang, die Urne muss also an einen zugelassenen Ort. Frag beim Bestatter oder beim Standesamt nach, welche Regeln in deinem Bundesland gelten.
Was ist der Unterschied zwischen Erd- und Feuerbestattung?
Bei der Erdbestattung wird der Verstorbene im Sarg beigesetzt, bei der Feuerbestattung wird der Körper zuerst eingeäschert und die Asche in einer Urne beigesetzt. Aus der Feuerbestattung ergeben sich viele weitere Formen wie Baum- oder Seebestattung. Die Feuerbestattung ist im Durchschnitt deutlich günstiger als die Erdbestattung.
Wie schnell muss eine Bestattung nach dem Tod stattfinden?
Eine Erdbestattung muss in den meisten Bundesländern innerhalb weniger Tage nach dem Tod stattfinden, oft binnen vier bis zehn Tagen. Bei der Feuerbestattung ist mehr Zeit, weil die Urne auch später beigesetzt werden kann. Die genauen Fristen legt das Bestattungsgesetz deines Bundeslandes fest.
Wer entscheidet über die Bestattungsart, wenn nichts festgelegt wurde?
Hat der Verstorbene seine Wünsche nicht festgehalten, entscheiden die nächsten Angehörigen über die Bestattungsart. Das sind in der Regel der Ehepartner und die Kinder. Um Streit zu vermeiden, ist es sinnvoll, die eigenen Vorstellungen zu Lebzeiten in einer Bestattungsverfügung aufzuschreiben.
Kann ich eine Bestattung schon zu Lebzeiten regeln und bezahlen?
Du kannst deine Bestattung zu Lebzeiten regeln und finanziell absichern, etwa über einen Bestattungsvorsorgevertrag mit einem Treuhandkonto. Dein Geld ist dort auch dann geschützt, wenn der Bestatter später zahlungsunfähig wird. So legst du deine Wünsche fest und entlastest deine Angehörigen.
Verwandte Ratgeber aus Todesfall regeln
Weitere Artikel zum selben Themenbereich, die dir hier weiterhelfen können.
- Behördengänge nach einem Todesfall
- Bestattung bezahlen, wenn das Geld fehlt
- Bestattung organisieren
- Die ersten Stunden nach einem Todesfall
- Die Wohnung des Verstorbenen auflösen
- Erbe ausschlagen
- Erbschein beantragen
- Konten und Verträge nach dem Tod kündigen
- Sozialbestattung beantragen
- Sterbegeld und finanzielle Hilfen
- Testament und letzter Wille
- Todesfall im Ausland
- Todesfall regeln: was jetzt zu tun ist
- Totenschein und Sterbeurkunde
- Witwenrente und Hinterbliebenenrente