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Heizen und Kochen ohne Strom

Geprüft von der Redaktion

Heizen und Kochen ohne Strom
Bild: KI generiert.

Das Wichtigste in Kürze

  • Wärme halten durch Kleidung, Decken und einen einzigen beheizten Raum wirkt zuverlässiger als jede improvisierte Wärmequelle.
  • Beim Verbrennen von Holzkohle, Gas, Benzin oder Diesel ohne ausreichend Sauerstoff entsteht Kohlenmonoxid, ein farb- und geruchloses Gas, das schon in kleinen Mengen lebensgefährlich ist.
  • Grills, Campingkocher, Heizstrahler und Notstromaggregate gehören niemals in die Wohnung, die Garage, ein Zelt oder einen Wohnwagen.
  • Ein zertifizierter Kohlenmonoxid-Melder nach DIN EN 50291 warnt, bevor die Konzentration in der Raumluft gefährlich wird.
  • Ein Kamin oder Kachelofen mit intaktem Schornstein bleibt die sicherste Wärmequelle ohne Strom, ein Kohlegrill in der Wohnung dagegen eine der gefährlichsten.

Wie eine Wohnung ohne Heizung am längsten warm bleibt

Eine Wohnung hält ihre Wärme am längsten, wenn nur ein einziger Raum beheizt und genutzt wird und alle anderen Türen geschlossen bleiben. Fenster- und Türritzen lassen sich zusätzlich mit Handtüchern oder Zugluftstoppern abdichten, und Rollläden oder dicke Vorhänge halten nachts einen Teil der Wärme im Zimmer. Mehrere Kleidungsschichten übereinander sowie Decken und Schlafsäcke wirken oft stärker als eine kleine Zusatzheizung, weil sie die Körperwärme direkt am Körper halten, statt einen ganzen Raum aufzuheizen.

Wer einen funktionierenden Kamin, Kachelofen oder Holzofen besitzt, hat damit die sicherste Wärmequelle ohne Strom im Haus, vorausgesetzt der Schornstein wird regelmäßig vom Schornsteinfeger geprüft. Ein Vorrat an trockenem Holz, Kohle oder Holzbriketts gehört dann in den Notfallvorrat. Wo kein solcher Anschluss vorhanden ist, bleibt Wärme halten die sicherste Strategie, und jede Wärmequelle mit offener Flamme oder Glut verlangt besondere Vorsicht.

Den eigenen Körper warm halten

Bevor es überhaupt um zusätzliche Wärmequellen geht, hilft es, den eigenen Körper geschickt vor Auskühlung zu schützen. Am wirksamsten ist das Zwiebelprinzip: mehrere dünne Schichten übereinander halten wärmer als ein einzelnes dickes Stück, weil die Luft zwischen den Lagen isoliert. Über Kopf, Hände und Füße verliert der Körper besonders viel Wärme, deshalb gehören Mütze, warme Socken und Handschuhe auch in der Wohnung dazu.

Warme Getränke und regelmäßige, leichte Bewegung bringen zusätzliche Wärme von innen. Wer die Nacht in einem gut abgedichteten Raum verbringt, legt sich eine Isomatte oder eine dicke Decke unter die Matratze, weil ein großer Teil der Wärme sonst nach unten in den kalten Boden abfließt. Ein gemeinsam genutzter Raum, in dem sich mehrere Personen aufhalten, bleibt außerdem allein durch die Körperwärme spürbar wärmer als ein leeres Zimmer.

Welche Wärme- und Kochquellen ohne Strom infrage kommen

Für Wärme und warme Mahlzeiten ohne Strom eignen sich nur Geräte, die ausdrücklich für den Betrieb in Innenräumen zugelassen sind, weil sie über eigene Sicherheitseinrichtungen verfügen. Ein handelsüblicher Campingkocher für draußen, ein Grill oder ein Heizstrahler zählen ausdrücklich nicht dazu, auch wenn sie im Baumarkt frei verkauft werden. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) sammelt im Projekt Notfallkochbuch praxistaugliche Rezepte für das Kochen ohne Strom.

Ein Campingkocher mit Gas kann für kurze Kochvorgänge am geöffneten Fenster oder auf dem Balkon geeignet sein, solange ausreichend Frischluft nachströmt. Für längeres Heizen bleiben nur ein Ofen mit Schornsteinanschluss oder elektrisch betriebene Heizlüfter sicher, die während eines Stromausfalls allerdings selbst ausfallen. Ein Notstromaggregat kann diese Lücke schließen, gehört dabei aber ausschließlich ins Freie, etwa auf den Balkon oder die Terrasse, mit dem Auspuff von Fenstern und Türen weg gerichtet.

Wärme speichernAlternativeWärmequelleSicher lüften
Wärme und warme Mahlzeiten ohne Strom. Bild: KI generiert.

Warum Kohlenmonoxid beim Heizen und Kochen ohne Strom so gefährlich ist

Kohlenmonoxid entsteht, wenn Holzkohle, Gas, Benzin oder Diesel ohne ausreichend Sauerstoff verbrennen, etwa in einem geschlossenen Raum ohne Frischluftzufuhr. Das Gas ist farblos und geruchlos, weshalb der menschliche Körper es nicht wahrnimmt, bevor erste Symptome auftreten. Die Initiative Co macht KO, ein Zusammenschluss von Feuerwehrverband, Schornsteinfegern und Herstellern von Warnmeldern, warnt ausdrücklich davor, einen Grill oder Heizstrahler jemals im Haus oder in der Garage zu betreiben. Dieselbe Gefahr gilt für Campingkocher oder Gasheizungen in geschlossenen Räumen, Zelten oder Wohnwagen.

Erste Anzeichen einer Kohlenmonoxid-Vergiftung sind Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Müdigkeit, Beschwerden, die leicht mit einer beginnenden Erkältung verwechselt werden. Mit steigender Konzentration kommen Sehstörungen, Atemnot und Bewusstlosigkeit hinzu. Weil sich das Gas unbemerkt in der Raumluft anreichert, kann eine Vergiftung auch im Schlaf tödlich enden. Ein Verdacht liegt besonders nahe, wenn mehrere Personen oder auch Haustiere im selben Raum gleichzeitig über solche Beschwerden klagen. Wer diese Symptome bei sich oder anderen bemerkt und eine Verbrennungsquelle in der Nähe weiß, sollte sofort ins Freie gehen und den Notruf wählen.

Wasserleitungen vor Frost schützen

Fällt die Heizung im Winter über mehrere Tage aus, droht nicht nur der eigenen Behaglichkeit Gefahr, sondern auch den Wasserleitungen. Gefriert das Wasser in den Rohren, dehnt es sich aus und kann Leitungen und Heizkörper zum Platzen bringen. Der Schaden zeigt sich oft erst beim Auftauen, wenn das Wasser aus den geborstenen Stellen austritt. Besonders gefährdet sind Leitungen in ungeheizten Kellern, Außenwänden und Räumen, die bei einem Ausfall zuerst auskühlen.

Wer einen längeren Ausfall bei strengem Frost erwartet, hält Innentüren zu selten genutzten Räumen einen Spalt offen, damit etwas Restwärme dorthin gelangt, und lässt an gefährdeten Stellen zeitweise einen dünnen Wasserstrahl laufen, weil fließendes Wasser langsamer gefriert. Bei einer längeren Abwesenheit im Winter ist es sicherer, das Wasser am Haupthahn abzustellen und die Leitungen zu entleeren. Ein bereits geplatztes oder vereistes Rohr gehört in die Hände einer Fachfirma, im Schadensfall unterstützt die Wohngebäudeversicherung.

Woran man eine sichere von einer gefährlichen Wärmequelle unterscheidet

Eine sichere Wärme- oder Kochquelle erkennt man daran, dass sie ausdrücklich für den Betrieb in Innenräumen zugelassen ist und Verbrennungsgase kontrolliert nach draußen abführt. Die folgende Übersicht zeigt gängige Geräte und die jeweils wichtigste Sicherheitsregel.

Gerät oder QuelleGeeignet für drinnenSicherheitsregel
Kamin oder Kachelofen mit SchornsteinJaRegelmäßige Prüfung durch den Schornsteinfeger, Rauchwarnmelder im Raum
Elektrischer HeizlüfterJa, solange Strom vorhanden istFällt bei Stromausfall selbst aus
Campingkocher mit GasNur mit geöffnetem Fenster und kurzzeitigNie in Zelt, Wohnwagen oder kleinem, geschlossenem Raum
HolzkohlegrillNeinNur im Freien, niemals in Haus, Keller oder Garage
Heizstrahler mit Gas oder PetroleumNein, außer explizit für Innenräume zugelassenHerstellerangabe zwingend prüfen
NotstromaggregatNeinNur im Freien, Auspuff von Fenstern und Türen weg gerichtet

Wie ein Kohlenmonoxid-Melder Leben rettet

Ein Kohlenmonoxid-Melder erkennt die unsichtbare Gefahr, die kein Mensch riechen oder sehen kann, und schlägt Alarm, bevor die Konzentration in der Raumluft gefährlich wird. Zertifizierte Geräte tragen eine Kennzeichnung nach der Norm DIN EN 50291, für Wohnräume gilt Teil 1 der Norm, für den mobilen Einsatz in Wohnwagen oder Booten Teil 2. Ein Kohlenmonoxid-Melder ersetzt keinen Rauchwarnmelder und warnt ausschließlich vor Kohlenmonoxid, weshalb beide Gerätetypen in einem Haushalt mit Feuerstätte sinnvoll sind.

Sinnvolle Standorte sind jeder Raum mit einer Feuerstätte, etwa einem Gaskessel, einer Ölheizung oder einem Kaminofen, sowie Räume, in denen sich Bewohner über längere Zeit aufhalten, allen voran Wohn- und Schlafzimmer. Anders als ein Rauchwarnmelder gehört ein Kohlenmonoxid-Melder nicht zwingend an die Decke, weil sich das Gas ähnlich verteilt wie Luft. Die genaue Montagehöhe gibt der Hersteller vor, oft in Atemhöhe oder etwas darüber. Die Batterie eines Melders sollte regelmäßig über die Testtaste geprüft und nach Herstellerangabe ausgetauscht werden, damit das Gerät im entscheidenden Moment funktioniert.

Die ersten Schritte, wenn die Heizung ausfällt

  1. Einen einzigen Raum als Aufenthaltsraum wählen, alle anderen Türen schließen und Fenster sowie Türspalten abdichten.
  2. Warme Kleidung in mehreren Schichten, Decken und Schlafsäcke bereitlegen, bevor es kalt wird.
  3. Nur für Innenräume zugelassene Geräte verwenden und Grills, Campingkocher sowie Notstromaggregate ausschließlich im Freien betreiben.
  4. Beim Betrieb jeder offenen Flamme oder eines Ofens für ausreichend Frischluftzufuhr sorgen und regelmäßig lüften.
  5. Einen zertifizierten Kohlenmonoxid-Melder installieren und dessen Batterie regelmäßig prüfen.

Bei akuter Gefahr für Leben und Gesundheit gilt immer der Notruf: 112 für Feuerwehr und Rettungsdienst, 110 für die Polizei. Amtliche Warnungen kommen über die Warn-App NINA und über Cell Broadcast direkt auf das Handy.

Häufige Fragen

Kann ich einen Gasgrill in der Küche benutzen, wenn ich das Fenster öffne?

Nein, ein geöffnetes Fenster reicht nicht aus, um die Kohlenmonoxid-Gefahr eines Grills in Innenräumen zu beseitigen. Grills, ob mit Holzkohle oder Gas betrieben, gehören ausschließlich ins Freie, weil sich das Gas in einem Raum schneller ansammelt, als ein einzelnes offenes Fenster es abführen kann.

Riecht man Kohlenmonoxid, bevor es gefährlich wird?

Nein, Kohlenmonoxid ist farblos und geruchlos und lässt sich von Menschen nicht wahrnehmen. Genau deshalb ist ein zertifizierter Kohlenmonoxid-Melder die einzige verlässliche Möglichkeit, die Gefahr rechtzeitig zu erkennen.

Reicht ein Rauchwarnmelder auch als Schutz vor Kohlenmonoxid?

Nein, ein Rauchwarnmelder reagiert auf Rauchpartikel und erkennt Kohlenmonoxid nicht. Für den Schutz vor Kohlenmonoxid ist ein eigenes, nach DIN EN 50291 zertifiziertes Gerät nötig.

Wie hält man sich ohne Heizung am wirksamsten warm?

Am wirksamsten hält man sich mit mehreren dünnen Kleidungsschichten nach dem Zwiebelprinzip warm, dazu Mütze, warme Socken und Handschuhe, weil der Körper über Kopf, Hände und Füße besonders viel Wärme verliert. Ein gemeinsam genutzter, gut abgedichteter Raum und eine Isomatte gegen die Bodenkälte helfen zusätzlich.

Was mache ich bei Anzeichen einer Kohlenmonoxid-Vergiftung?

Bei Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit in der Nähe einer Verbrennungsquelle sollten Sie sofort ins Freie gehen, für Frischluft im Raum sorgen und den Notruf 112 wählen. Ein Rettungsdienst kann Kohlenmonoxid im Blut nachweisen und die notwendige Behandlung einleiten.

Quellen

  1. Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe: Projekt Notfallkochbuch, Kochen ohne Strom. bbk.bund.de
  2. Initiative Co macht KO: Schutz vor Kohlenmonoxid (CO) und CO-Melder. co-macht-ko.de
  3. Verbraucherzentrale: Was tun bei Stromausfall? Gut vorbereitet und richtig handeln. verbraucherzentrale.de

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