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Deutsch lernen: Integrationskurs und Angebote

Geprüft von der Redaktion

Deutsch lernen: Integrationskurs und Angebote
Bild: KI generiert.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der wichtigste Weg zum Deutschlernen ist der Integrationskurs, gefördert vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF).
  • Ein allgemeiner Integrationskurs umfasst 700 Unterrichtsstunden: 600 Stunden Sprachkurs bis zum Niveau B1 und 100 Stunden Orientierungskurs zu Recht, Geschichte und Alltag.
  • Der Kostenbeitrag liegt bei 2,29 Euro pro Unterrichtsstunde. Wer wenig verdient oder Grundsicherung bezieht, kann sich vor Kursbeginn davon befreien lassen.
  • Am Ende stehen zwei Prüfungen: der Deutsch-Test für Zuwanderer (DTZ) und der Test Leben in Deutschland.
  • Danach geht es mit Berufssprachkursen weiter, die auf B2 oder C1 führen und Deutsch für die Arbeit vermitteln.
  • Es gibt viele weitere Angebote, darunter kostenlose Onlinekurse und Sprachcafés.

Wie lerne ich in Deutschland Deutsch?

Der zentrale Weg zum Deutschlernen ist der Integrationskurs. Er wird staatlich gefördert, ist bundesweit einheitlich aufgebaut und führt vom Anfang bis zum Niveau B1, also zu dem Deutsch, mit dem du deinen Alltag selbstständig regeln kannst. Angeboten wird er von zugelassenen Kursträgern, zum Beispiel Volkshochschulen und Sprachschulen, koordiniert vom BAMF. Für viele ist er der Einstieg in Arbeit, Ausbildung und ein selbstbestimmtes Leben. Wer schon Deutsch kann oder mehr will, findet darauf aufbauend Berufssprachkurse und viele weitere Angebote.

Deutsch zu lernen ist Arbeit, aber sie zahlt sich aus, im Job, beim Arzt, beim Elternabend und bei Behörden. Dieser Ratgeber zeigt dir, was der Integrationskurs enthält, was er kostet und wann er kostenlos ist, wie du hineinkommst und welche Wege danach offenstehen.

Was der Integrationskurs enthält

Ein allgemeiner Integrationskurs besteht aus zwei Teilen. Der Sprachkurs umfasst 600 Unterrichtsstunden und ist in Abschnitte zu je 100 Stunden gegliedert, vom Basiskurs bis zum Aufbaukurs. Er führt zum Niveau B1 des europäischen Referenzrahmens, einem gemeinsamen Maßstab für Sprachkenntnisse in Europa. Darauf folgt der Orientierungskurs mit 100 Unterrichtsstunden. Dort geht es um die Rechtsordnung, die Geschichte und das Zusammenleben in Deutschland. Zusammen sind das 700 Stunden.

Am Ende stehen zwei Prüfungen. Der Deutsch-Test für Zuwanderer, kurz DTZ, misst dein Deutsch auf den Stufen A2 und B1. Der Test Leben in Deutschland schließt den Orientierungskurs ab. Beide sind wichtig, weil ihre Zertifikate später oft verlangt werden, etwa für einen sicheren Aufenthaltstitel oder die Einbürgerung. Der europäische Referenzrahmen ordnet Sprachkenntnisse von A1 bis C2, und diese Skala begleitet dich auf dem ganzen Weg.

A1 und A2 AnfangB1 AlltagB2 und C1 Beruf
Die Sprachstufen des europäischen Referenzrahmens vom Anfang bis zum beruflichen Deutsch Bild: KI generiert.

Nicht jeder Kurs ist gleich

Neben dem allgemeinen Integrationskurs gibt es besondere Kurse für unterschiedliche Bedürfnisse. Sie sind oft länger, weil sie zusätzliche Ziele haben. Die Tabelle nennt die häufigsten.

KurstypFür wen
Allgemeiner IntegrationskursDie meisten Teilnehmenden, Ziel Niveau B1
AlphabetisierungskursMenschen, die das lateinische Schreiben und Lesen erst lernen
ZweitschriftlernerkursMenschen, die in einer anderen Schrift schreiben können
Frauenkurs und ElternkursAngepasst an den Alltag mit Familie
JugendintegrationskursJunge Menschen, oft mit Blick auf Schule und Ausbildung

Welcher Kurs zu dir passt, klärt ein kurzer Einstufungstest beim Kursträger oder bei der Beratung. Er zeigt, auf welchem Niveau du startest, damit du weder unter- noch überfordert bist.

Was der Kurs kostet, und wann er kostenlos ist

Der Kostenbeitrag beträgt 2,29 Euro pro Unterrichtsstunde für alle, die sich seit dem 1. August 2022 angemeldet haben. Du zahlst nicht alles auf einmal, sondern jeweils pro Abschnitt von 100 Stunden. Für viele fällt dieser Beitrag aber ganz weg. Von der Zahlung befreit werden kann, wer Bürgergeld oder andere Grundsicherung bezieht, Arbeitslosengeld erhält oder sonst finanziell bedürftig ist. Auch Beschäftigte mit niedrigem Einkommen können befreit werden. Wichtig: Stell den Antrag auf Befreiung rechtzeitig vor Kursbeginn.

Es gibt einen weiteren Anreiz. Wer den Kurs zügig abschließt und den Sprachtest auf dem Niveau B1 besteht, kann sich unter Umständen die Hälfte des gezahlten Kostenbeitrags erstatten lassen. Frag deinen Kursträger oder das BAMF nach den genauen Bedingungen. Auch Zuschüsse zu den Fahrtkosten sind in manchen Fällen möglich.

Verpflichtung oder Berechtigung

Um an einem Integrationskurs teilzunehmen, brauchst du eine Zulassung. Sie kommt in zwei Formen. Manche Menschen werden zur Teilnahme verpflichtet, etwa durch die Ausländerbehörde oder das Jobcenter, weil ihre Deutschkenntnisse für Alltag und Arbeit noch nicht ausreichen. Viele andere haben eine Berechtigung, also einen Anspruch, und können sich freiwillig anmelden. Beides steht auf einem Schreiben, das du beim BAMF, bei der Ausländerbehörde oder beim Jobcenter bekommst.

  1. Zulassung klären: Bist du verpflichtet oder berechtigt? Das Schreiben gibt es bei BAMF, Ausländerbehörde oder Jobcenter.
  2. Einen zugelassenen Kursträger in deiner Nähe suchen, zum Beispiel eine Volkshochschule.
  3. Einstufungstest machen, damit du im richtigen Kurs startest.
  4. Falls nötig die Befreiung vom Kostenbeitrag beantragen, vor Kursbeginn.
  5. Am Kurs teilnehmen und am Ende DTZ und den Test Leben in Deutschland ablegen.

Nach dem Integrationskurs geht es weiter

Mit B1 ist der Alltag geschafft, aber für viele Berufe braucht man mehr. Hier setzen die Berufssprachkurse an, geregelt in der Verordnung über die berufsbezogene Deutschsprachförderung (DeuFöV). Sie bauen auf dem Integrationskurs auf. Ein Basismodul startet bei B1 und umfasst rund 300 Unterrichtsstunden, mit dem Ziel telc B2 oder Goethe B2. Es gibt weitere Module bis C1 und Kurse für bestimmte Berufsfelder, etwa für Pflege oder für den medizinischen Bereich. Im Mittelpunkt steht Deutsch für die Arbeit: Besprechungen, E-Mails, Telefonate, Präsentationen.

Auch für die Berufssprachkurse brauchst du eine Berechtigung, die du oft beim Jobcenter, bei der Agentur für Arbeit oder beim BAMF bekommst. Wer schon arbeitet oder eine Stelle in Aussicht hat, sollte früh nach diesen Kursen fragen, denn bessere Deutschkenntnisse führen häufig direkt zu besseren Aufgaben und mehr Gehalt.

Wie viel Deutsch du für welchen Schritt brauchst

Deutschkenntnisse sind an vielen Stellen sogar Voraussetzung, nicht bloß nützlich. Deshalb lohnt es sich zu wissen, welches Niveau welcher Schritt verlangt. Das gibt deinem Lernen ein klares Ziel.

  • A1 wird oft beim Ehegattennachzug verlangt, also wenn ein Ehepartner aus dem Ausland nachziehen will.
  • B1 ist die zentrale Schwelle. Es ist das Ziel des Integrationskurses und eine übliche Voraussetzung für die unbefristete Niederlassungserlaubnis und für die Einbürgerung.
  • B2 und C1 öffnen anspruchsvollere Berufe, viele Studiengänge und reglementierte Tätigkeiten, etwa in der Pflege oder in der Medizin.

Die genauen Anforderungen hängen vom Einzelfall ab und können sich ändern. Für Studium und einige Berufe gelten oft höhere Stufen oder eigene Prüfungen. Wenn du ein konkretes Ziel hast, frag früh nach dem verlangten Niveau, damit du den passenden Kurs wählst und keine Zeit mit dem falschen verlierst.

Weitere Wege, auch kostenlos

Der Integrationskurs ist der Hauptweg, aber nicht der einzige. Viele Angebote kosten wenig oder nichts, und du kannst sie zusätzlich nutzen, um schneller voranzukommen.

  • Volkshochschulen bieten günstige Deutschkurse auf allen Niveaus, auch für Menschen ohne Zulassung zum Integrationskurs.
  • Kostenlose Onlinekurse, zum Beispiel das Lernportal der Volkshochschulen und die Deutschkurse der Deutschen Welle, lassen sich flexibel neben Arbeit und Familie nutzen.
  • Sprachcafés und Tandems bringen dich mit Muttersprachlern ins Gespräch, meist kostenlos und in lockerer Runde. Das Sprechen lernt man nur durch Sprechen.
  • Für Kinder und Jugendliche fördern Schulen das Deutschlernen, oft in eigenen Sprachfördergruppen, und Bibliotheken bieten kostenlose Lernmaterialien und ruhige Lernplätze.

Kombiniere Kurs und Alltag. Ein Kurs gibt dir das Gerüst, aber das meiste Deutsch lernst du zwischen den Stunden: beim Einkaufen, mit Nachbarn, über Hörbücher und Serien mit Untertiteln. Sprich, auch wenn du Fehler machst. Fehler sind Teil des Lernens, kein Grund zu schweigen. Wenn du nicht weißt, welcher Kurs zu dir passt, hilft dir die Migrationsberatung oder der Jugendmigrationsdienst kostenlos weiter.

Häufige Fragen

Wie viele Stunden hat ein Integrationskurs?

Ein allgemeiner Integrationskurs hat 700 Unterrichtsstunden. Davon entfallen 600 Stunden auf den Sprachkurs bis zum Niveau B1 und 100 Stunden auf den Orientierungskurs zu Recht, Geschichte und Alltag in Deutschland. Besondere Kurse, etwa Alphabetisierungskurse, können länger dauern.

Was kostet ein Integrationskurs beim BAMF?

Ein Integrationskurs kostet als Kostenbeitrag 2,29 Euro pro Unterrichtsstunde für alle, die sich seit dem 1. August 2022 angemeldet haben. Wer Grundsicherung bezieht oder wenig verdient, kann sich vor Kursbeginn von der Zahlung befreien lassen. Der Beitrag wird pro Abschnitt von 100 Stunden gezahlt.

Welchen Test lege ich am Ende des Integrationskurses ab?

Am Ende des Integrationskurses legst du zwei Tests ab. Der Deutsch-Test für Zuwanderer (DTZ) prüft dein Deutsch auf den Stufen A2 und B1. Der Test Leben in Deutschland schließt den Orientierungskurs ab. Die Zertifikate werden später oft für den Aufenthaltstitel oder die Einbürgerung gebraucht.

Wie komme ich in einen Integrationskurs?

In einen Integrationskurs kommst du über eine Zulassung, die entweder eine Verpflichtung oder eine Berechtigung ist. Dieses Schreiben bekommst du beim BAMF, bei der Ausländerbehörde oder beim Jobcenter. Danach suchst du einen zugelassenen Kursträger, machst einen Einstufungstest und meldest dich an.

Was ist ein Berufssprachkurs nach DeuFöV?

Ein Berufssprachkurs nach DeuFöV baut auf dem Integrationskurs auf und vermittelt Deutsch für die Arbeit. Er startet meist beim Niveau B1 und führt in rund 300 Unterrichtsstunden zu B2, es gibt auch Module bis C1. Für die Teilnahme brauchst du eine Berechtigung, oft vom Jobcenter oder der Agentur für Arbeit.

Kann ich in Deutschland kostenlos Deutsch lernen?

In Deutschland kannst du auf mehreren Wegen kostenlos oder sehr günstig Deutsch lernen. Dazu zählen kostenlose Onlinekurse wie das Lernportal der Volkshochschulen und die Angebote der Deutschen Welle sowie Sprachcafés und Tandems. Wer Grundsicherung bezieht, kann zudem vom Kostenbeitrag des Integrationskurses befreit werden.

Quellen

  1. Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Integrationskurse bamf.de
  2. Verordnung über die berufsbezogene Deutschsprachförderung (DeuFöV) gesetze-im-internet.de
  3. Handbook Germany, Deutsch lernen handbookgermany.de

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