Babyausstattung mit wenig Geld
Geprüft von der Redaktion

- Ein Baby braucht am Anfang erstaunlich wenig. Vieles, was die Werbung als unverzichtbar verkauft, kannst du dir sparen.
- Wer neu kauft, gibt schnell rund 3.000 Euro aus. Mit Gebrauchtem und Geerbtem kommst du oft mit 500 bis 800 Euro aus.
- Beziehst du Bürgergeld, steht dir eine Erstausstattung fürs Baby vom Jobcenter zu. Sie ist ein Zuschuss, kein Darlehen, und muss nicht zurückgezahlt werden.
- Ab der 13. Schwangerschaftswoche gibt es im Bürgergeld zusätzlich einen Mehrbedarf von 17 Prozent des Regelbedarfs, 2026 rund 96 Euro im Monat.
- Second Hand lohnt sich am meisten bei teuren Dingen wie Kinderwagen, Tragetuch und Beistellbett.
Wie du dein Baby mit wenig Geld ausstattest
Eine gute Babyausstattung muss nicht teuer sein. In den ersten Wochen braucht ein Baby vor allem einen sicheren Schlafplatz, ein paar Wechselsachen, Windeln und Nähe. Der Rest kommt nach und nach. Wenn du auf Gebrauchtes setzt, Sachen aus dem Familien- und Freundeskreis annimmst und die Zuschüsse nutzt, die dir zustehen, kommst du mit einem kleinen Budget gut aus. Statt rund 3.000 Euro für alles neu reichen dann oft 500 bis 800 Euro.
Der wichtigste Satz vorweg: Lass dich nicht unter Druck setzen. Weder dein Baby noch du braucht ihr das teuerste Bett oder den schicksten Kinderwagen. Ein Kind wächst genauso gut in gebrauchten Bodys und schläft genauso gut im geliehenen Beistellbett.
Ein zweiter Tipp, der viel Geld spart: Kauf nicht alles vor der Geburt. Viele Dinge, die im Laden unverzichtbar wirken, bleiben später ungenutzt im Schrank. Besorg vorab nur die echte Grundausstattung und den sicheren Schlafplatz. Was ihr wirklich braucht, zeigt sich oft erst in den ersten Wochen, wenn ihr merkt, ob dein Baby lieber getragen wird oder im Wagen liegt, ob es die Wippe mag oder nicht. Wer wartet, kauft gezielter und wirft weniger weg.
Was ein Baby am Anfang wirklich braucht
Diese Grundausstattung deckt die ersten Wochen ab. Alles Weitere kannst du dir in Ruhe ansehen, wenn das Baby da ist und du weißt, was ihr wirklich benutzt.
| Bereich | Das brauchst du wirklich |
|---|---|
| Schlafen | Ein sicherer Schlafplatz wie Beistellbett oder Babybett, eine feste Matratze, Schlafsack statt Decke und Kissen |
| Kleidung | Etwa sechs bis acht Bodys, Strampler, Jäckchen, Mützchen und Söckchen in Größe 50 bis 56, dazu ein warmer Anzug je nach Jahreszeit |
| Wickeln | Windeln, Wickelunterlage, Waschlappen und warmes Wasser reichen, teure Pflegeprodukte braucht es kaum |
| Unterwegs | Kinderwagen oder Tragetuch und, wenn ihr Auto fahrt, eine geprüfte Babyschale |
| Ernährung | Beim Stillen wenig, beim Füttern Fläschchen und Sauger, dazu Spucktücher |
Ein eigenes Zimmer, ein Wickelkommode-Set, Heizstrahler oder Flaschenwärmer sind schön, aber nicht nötig. Kauf solche Dinge erst, wenn du merkst, dass sie dir den Alltag wirklich erleichtern. Bei der Kleidung lohnt es sich, nach der Jahreszeit zu denken: Ein Winterbaby braucht einen warmen Anzug und eine Decke für den Kinderwagen, ein Sommerbaby eher dünne Bodys und einen Sonnenschutz. Kauf in Größe 50 bis 56 nur wenig, denn dein Baby wächst schnell aus den ersten Sachen heraus.
Second Hand spart am meisten, gerade bei den teuren Dingen
Am größten ist die Ersparnis dort, wo neu gekauft am meisten kostet. Ein Kinderwagen, der neu 800 Euro kostet, ist gebraucht oft schon für 200 bis 300 Euro in gutem Zustand zu haben. Dasselbe gilt für Tragetuch, Beistellbett, Babyschale und Hochstuhl. Bei der Babyschale achte darauf, dass sie nicht sichtbar beschädigt war und nicht in einen Unfall verwickelt wurde, dann ist gebraucht völlig in Ordnung.
Gebrauchte Babykleidung hat sogar einen Vorteil für die Gesundheit: Weil sie schon oft gewaschen wurde, ist sie frei von Chemikalien aus der Produktion. Babys wachsen zudem so schnell, dass viele Sachen kaum getragen wurden. Du bekommst gut erhaltene Kleidung für wenige Euro und gibst sie später einfach weiter.
Windeln sind der größte laufende Posten
Anders als Kinderwagen oder Bett fallen Windeln immer wieder an, deshalb lohnt sich hier ein zweiter Blick. Wegwerfwindeln sind bequem, kosten über die Wickelzeit aber zusammengerechnet mehrere hundert Euro. Achte auf die günstigeren Hausmarken von Drogerien und kauf in größeren Packungen, das senkt den Preis pro Windel deutlich. Wer noch mehr sparen will und sich das zutraut, kann mit Stoffwindeln arbeiten. Sie sind in der Anschaffung teurer, halten aber über die ganze Wickelzeit und lassen sich für ein zweites Kind wiederverwenden. Manche Städte geben sogar einen Zuschuss zu Stoffwindeln. Frag bei deiner Kommune nach, ob es so ein Angebot gibt.
Diese Zuschüsse gibt es vom Jobcenter und von Stiftungen
Wenn dein Geld knapp ist, musst du die Ausstattung nicht allein stemmen. Es gibt mehrere Töpfe, und du musst sie aktiv beantragen, von allein kommt nichts.
Beziehst du Bürgergeld, hast du Anspruch auf eine Erstausstattung fürs Baby nach Paragraf 24 Absatz 3 SGB II. Sie deckt Kinderwagen, Möbel, Gebrauchsgegenstände und Kleidung ab, ist ein echter Zuschuss und kein Darlehen. Den Antrag stellst du beim Jobcenter ab etwa der zwölften Schwangerschaftswoche. Dazu kommt ab der 13. Woche der Schwangerschaftsmehrbedarf nach Paragraf 21 Absatz 2 SGB II in Höhe von 17 Prozent deines Regelbedarfs, 2026 also rund 96 Euro im Monat. Dafür genügt ein formloses Schreiben und die Vorlage des Mutterpasses. Auch für Umstandskleidung kannst du einen Zuschuss beantragen.
Unabhängig vom Bürgergeld hilft die Bundesstiftung "Mutter und Kind" mit einmaligen Zuschüssen, etwa für die Erstausstattung. Diesen Antrag stellst du vor der Geburt über eine Schwangerschaftsberatungsstelle. Frag dort auch nach örtlichen Hilfen, Babykörben von Kirchen oder Vereinen und Sozialkaufhäusern. Welche Geldleistungen dir sonst noch zustehen und in welcher Reihenfolge du sie beantragst, steht im Überblick zu den finanziellen Hilfen in der Schwangerschaft. Wenn du die Schwangerschaft ohne Partner stemmst, findest du weitere Anlaufstellen unter schwanger und allein.
Wo du gebrauchte Babysachen findest
Gute Quellen für gebrauchte Babyausstattung gibt es reichlich. Online findest du auf Kleinanzeigenportalen fast alles, oft aus der Nachbarschaft, sodass du den Kinderwagen vorher ansehen kannst. Vor Ort lohnen sich Second-Hand-Läden für Kindersachen, Flohmärkte und die verbreiteten Baby- und Kinderbasare, die viele Kirchengemeinden und Vereine saisonweise veranstalten. Sozialkaufhäuser führen oft günstige Möbel und Gebrauchsgegenstände. Und der einfachste Weg zuerst: Frag in deinem Umfeld. Viele Familien freuen sich, wenn gut erhaltene Sachen weiterziehen, statt im Keller zu stehen. Bei den Basaren lohnt es sich, früh da zu sein, weil die guten Stücke schnell weg sind. Ein Blick auf die Termine der Gemeinden in deiner Nähe hilft dir, rechtzeitig zu planen.
Wobei du der Sicherheit wegen aufpassen solltest
Sparen ist gut, aber an ein paar Stellen geht Sicherheit vor Preis. Die Matratze fürs Babybett solltest du neu kaufen. Sie ist ohnehin günstig, und eine feste, ebene, gut belüftete Matratze senkt das Risiko für den plötzlichen Kindstod. Aus demselben Grund gehören ins Babybett kein weiches Kissen, keine dicke Decke und keine Nestchen, sondern ein passender Schlafsack.
Bei der Babyschale fürs Auto ist gebraucht in Ordnung, solange du sicher bist, dass sie nicht in einen Unfall verwickelt war und keine Risse hat. Nach einem Unfall kann sie unsichtbar geschädigt sein und schützt dann nicht mehr. Achte außerdem darauf, dass sie nicht zu alt ist und den aktuellen Prüfnormen entspricht. Gebrauchte Kleidung, Möbel, Kinderwagen und Tragen sind dagegen unbedenklich, wenn sie sauber und stabil sind. Wasch gebrauchte Kleidung vor dem ersten Tragen einmal, dann ist alles bereit.
So gehst du die Babyausstattung mit kleinem Budget an
Mit dieser Reihenfolge gibst du kein Geld doppelt aus und lässt keine Hilfe liegen.
- Beantrage frühzeitig die Zuschüsse, die dir zustehen: Erstausstattung und Mehrbedarf beim Jobcenter, Hilfen über die Beratungsstelle.
- Frag in Familie und Freundeskreis nach, was du geerbt oder geliehen bekommen kannst.
- Kauf die teuren Dinge wie Kinderwagen und Beistellbett gebraucht, und prüfe sie vorher.
- Besorg nur die echte Grundausstattung neu, die du hygienisch oder aus Sicherheitsgründen neu haben willst.
- Warte mit allem Weiteren, bis das Baby da ist und du siehst, was ihr wirklich braucht.
Wenn du dich parallel schon auf die Geburt selbst vorbereitest, hilft dir der Beitrag Geburt vorbereiten, unter anderem mit einer Liste für die Kliniktasche. So besorgst du die ersten Babysachen und das für die Klinik in einem Rutsch.
Vieles lässt sich leihen statt kaufen, etwa eine Babywaage, ein Stillkissen oder eine Wippe, die ihr nur wenige Monate braucht. Manche Hebammen und Beratungsstellen kennen Verleihangebote. Und wenn dir eine Anschaffung als unverzichtbar verkauft wird, frag eine Mutter oder einen Vater aus deinem Umfeld, ob sie das Ding wirklich benutzt haben. Die ehrliche Antwort spart oft am meisten.
Was du dir getrost sparen kannst
Ein großer Teil der typischen Erstausstattungslisten besteht aus Dingen, die kaum jemand wirklich braucht. Eine Wickelkommode ist bequem, aber eine feste Unterlage auf einer normalen Kommode tut es genauso, und die kannst du später weiter nutzen. Einen Flaschenwärmer ersetzt ein Topf mit warmem Wasser, einen teuren Windeleimer ein normaler Eimer mit Deckel. Spezielle Babypflegeprodukte, Öltücher und Cremes braucht die Haut eines Neugeborenen fast nie, warmes Wasser und ein Waschlappen reichen in den ersten Wochen völlig.
Auch Anschaffungen, die erst später wichtig werden, musst du nicht vor der Geburt kaufen. Ein Hochstuhl, ein Laufstall oder ein Reisebett werden frühestens in einigen Monaten gebraucht, und bis dahin weißt du besser, was zu euch passt. Wenn du stillst, sparst du zusätzlich die laufenden Kosten für Pulvernahrung und Fläschchen, die über das erste Jahr mehrere hundert Euro ausmachen können. Deine Hebamme unterstützt dich beim Stillstart, und ihre Hilfe zahlt die Krankenkasse.
Neben dem Kauf lohnt sich der Blick auf das Teilen. In vielen Städten gibt es Umsonstläden, in denen Babysachen kostenlos den Besitzer wechseln, dazu Eltern-Tauschgruppen im Netz und Verschenke-Ecken in der Nachbarschaft. Manche Familienzentren und Kirchengemeinden verleihen größere Dinge wie Tragehilfen oder Babywaagen für die Zeit, in der ihr sie braucht. Wer diese Wege nutzt, gibt die Sachen später weiter und hält den Kreislauf am Laufen, von dem auch die nächste Familie profitiert.
Häufige Fragen
Was kostet eine Babyerstausstattung mindestens?
Wer alles neu kauft, gibt schnell rund 3.000 Euro aus. Mit gebrauchten Sachen und Dingen aus dem Familien- und Freundeskreis kommst du oft mit 500 bis 800 Euro aus. Am meisten sparst du bei teuren Anschaffungen wie dem Kinderwagen.
Zahlt das Jobcenter die Babyerstausstattung?
Ja, wenn du Bürgergeld beziehst, hast du Anspruch auf eine Erstausstattung fürs Baby nach Paragraf 24 Absatz 3 SGB II. Sie ist ein Zuschuss und kein Darlehen, muss also nicht zurückgezahlt werden. Den Antrag stellst du beim Jobcenter ab etwa der zwölften Schwangerschaftswoche.
Wie viel Mehrbedarf steht Schwangeren im Bürgergeld zu?
Ab der 13. Schwangerschaftswoche gibt es einen Mehrbedarf von 17 Prozent des Regelbedarfs, 2026 also rund 96 Euro im Monat. Du musst ihn aktiv beantragen, ein formloses Schreiben mit dem Mutterpass genügt.
Ist es sicher, eine gebrauchte Babyschale zu kaufen?
Eine gebrauchte Babyschale ist in Ordnung, solange sie nicht sichtbar beschädigt und nicht in einen Unfall verwickelt war. Frag den Vorbesitzer danach. Nach einem Unfall sollte eine Babyschale nicht mehr benutzt werden, weil unsichtbare Schäden ihre Schutzwirkung mindern können.
Was braucht ein Baby in den ersten Wochen wirklich?
Ein sicherer Schlafplatz, sechs bis acht Wechselsachen in Größe 50 bis 56, Windeln und Wickelsachen, etwas zum Transportieren wie Kinderwagen oder Tragetuch und, beim Autofahren, eine geprüfte Babyschale. Alles andere kannst du in Ruhe später besorgen.
Wo finde ich günstige gebrauchte Babysachen?
Gute Quellen sind Kleinanzeigenportale, Second-Hand-Läden für Kindersachen, Flohmärkte, Baby- und Kinderbasare von Kirchengemeinden und Vereinen sowie Sozialkaufhäuser. Am einfachsten fragst du zuerst in deinem eigenen Umfeld nach.
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