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Die Geburt vorbereiten

Geprüft von der Redaktion

Symbolbild zum Thema Die Geburt vorbereiten
Symbolbild zu Die Geburt vorbereiten. KI-generiert.
  • Such dir möglichst früh eine Hebamme. Viele sind Monate im Voraus ausgebucht, und die Krankenkasse zahlt ihre Begleitung vor, während und nach der Geburt.
  • Den Geburtsvorbereitungskurs übernimmt deine Krankenkasse für 14 Stunden. Die meisten besuchen ihn im sechsten oder siebten Monat.
  • Du kannst in der Klinik, im Geburtshaus oder zu Hause entbinden. Geburtshaus und Hausgeburt kommen nur bei risikoarmen Schwangerschaften infrage.
  • Die Geburt läuft in drei Phasen ab: Eröffnung, Austreibung, Nachgeburt. Die erste dauert bei einem ersten Kind im Schnitt acht bis vierzehn Stunden.
  • Bei einem Blasensprung rufst du immer sofort in der Klinik oder bei deiner Hebamme an, auch wenn noch keine Wehen da sind.

Wie du dich auf die Geburt vorbereitest

Eine gute Geburtsvorbereitung besteht aus drei Dingen: einer Hebamme, die dich begleitet, einem Kurs, der dir zeigt, was auf dich zukommt, und einer Entscheidung, wo du entbinden willst. Um diese drei Punkte kannst du dich in Ruhe kümmern, am besten verteilt über die zweite Hälfte der Schwangerschaft. Alles andere, von der Kliniktasche bis zum Geburtsplan, baut darauf auf. Du musst nicht alles wissen und nichts perfekt machen. Dein Körper und die Hebamme leisten die eigentliche Arbeit, du bereitest nur den Rahmen vor.

Das Wichtigste vorweg, weil es der einzige Schritt ist, der wirklich eilt: Kümmere dich früh um eine Hebamme. In vielen Regionen sind sie schnell ausgebucht, und je früher du fragst, desto eher findest du eine, die zu dir passt.

Such dir früh eine Hebamme

Eine Hebamme ist deine feste Begleiterin durch Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett, und ihre Leistung zahlt die gesetzliche Krankenkasse vollständig. Sie beantwortet Fragen zwischen den Arztterminen, bereitet dich auf die Geburt vor und kommt nach der Geburt zu dir nach Hause, um nach dir und dem Baby zu sehen. Manche Hebammen begleiten auch die Geburt selbst, in einem Geburtshaus oder als Beleghebamme in der Klinik.

Fang mit der Suche an, sobald der Schwangerschaftstest positiv ist. Das klingt früh, ist es aber nicht, denn der Bedarf ist vielerorts größer als das Angebot. Wie du eine freie Hebamme findest, was sie genau leistet und was eine Beleghebamme von einer ambulanten unterscheidet, steht ausführlich im Beitrag eine Hebamme finden.

Der Geburtsvorbereitungskurs, den deine Krankenkasse bezahlt

Im Geburtsvorbereitungskurs lernst du, was bei der Geburt passiert, wie du mit den Wehen umgehst, welche Positionen helfen und wie Atmung und Entspannung dich unterstützen. Auch die erste Zeit mit dem Baby ist Thema. Deine gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten für 14 Stunden, meist als sieben Doppelstunden. Der Kurs muss von qualifiziertem Fachpersonal geleitet werden, in der Regel von Hebammen. Für die Begleitperson zahlen manche Kassen anteilig mit, das klärst du am besten vorher. Der eigene Anteil der Begleitperson liegt sonst häufig zwischen 60 und 250 Euro.

Die meisten Frauen und Paare besuchen den Kurs im sechsten oder siebten Monat. So bleibt genug Zeit, das Gelernte vor der Geburt zu verarbeiten. Es gibt Kurse nur für Schwangere, Kurse für Paare und reine Wochenendkurse. Welche Form dir liegt, entscheidest du.

Wo du entbinden kannst, von der Klinik bis zur Hausgeburt

In Deutschland kannst du frei wählen, wo du dein Kind zur Welt bringst. Welcher Ort passt, hängt davon ab, wie deine Schwangerschaft verläuft und was dir Sicherheit gibt. Hier die vier üblichen Wege im Vergleich:

GeburtsortDas zeichnet ihn ausGeeignet für
GeburtsklinikVolle medizinische Ausstattung, Schmerzmittel wie die PDA und ein Kaiserschnitt sind jederzeit möglichAlle Schwangerschaften, auch mit Risiken
Ambulante GeburtGeburt in der Klinik, danach wenige Stunden später nach Hause, wenn alles gut istRisikoarme Geburten mit Hebammenbetreuung zu Hause
GeburtshausVon Hebammen geleitet, familiär, ohne Operationssaal, bei Komplikationen Verlegung in eine KlinikRisikoarme Schwangerschaften
HausgeburtGeburt in der eigenen Wohnung mit einer Hebamme, vertraute UmgebungRisikoarme Schwangerschaften, Klinik in erreichbarer Nähe

Wichtig ist, dass du dich mit deiner Wahl wohlfühlst. Sieh dir eine Klinik oder ein Geburtshaus vorher an, viele bieten Informationsabende und Kreißsaalführungen an. In der Klinik meldest du dich meist um die 30. bis 36. Woche an. Wenn sich während der Schwangerschaft ein Risiko zeigt, ist ein Wechsel in die Klinik jederzeit möglich und keine Niederlage. Wann eine Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft gilt und was das für den Geburtsort bedeutet, erklärt der Beitrag zur Risikoschwangerschaft.

Beim Geburtshaus und bei der Hausgeburt trägt die Krankenkasse den Großteil der Kosten. Für die Rufbereitschaft der Hebamme, also dafür, dass sie rund um die Uhr für dich erreichbar ist, fällt oft eine Pauschale zwischen etwa 400 und 1.500 Euro an, von der die Kassen einen Teil übernehmen. Frag deine Hebamme früh nach den genauen Beträgen, damit dich nichts überrascht.

Die drei Phasen der Geburt

Eine Geburt läuft in drei Phasen ab, und es hilft, sie zu kennen, damit du während der Geburt einordnen kannst, wo du gerade stehst. In der Eröffnungsphase zieht sich die Gebärmutter regelmäßig zusammen und der Muttermund öffnet sich. Bei einem ersten Kind dauert sie im Schnitt acht bis vierzehn Stunden, bei späteren Geburten oft nur rund sechs. Ist der Muttermund vollständig offen, beginnt die Austreibungsphase: Mit kräftigen Wehen schiebt sich das Kind durch den Geburtskanal, das dauert etwa ein bis zwei Stunden. In der Nachgeburtsphase löst sich schließlich die Plazenta, meist zehn bis dreißig Minuten nach der Geburt des Babys.

1Eröffnungsphase2Austreibungsphase3Nachgeburtsphase
Die drei Phasen einer Geburt in ihrer Reihenfolge: zuerst öffnet sich der Muttermund, dann wird das Kind geboren, zuletzt löst sich die Plazenta Bild: KI generiert.

Was du gegen die Schmerzen tun kannst

Wehenschmerz gehört zur Geburt, aber du bist ihm nicht ausgeliefert. Es gibt mehrere Wege, ihn zu lindern, und du entscheidest während der Geburt mit, welchen du gehen willst. Niemand erwartet von dir, dass du alles im Voraus festlegst. Vieles ergibt sich erst im Moment, wenn du spürst, was dir guttut, und die Hebamme reagiert flexibel darauf. Ohne Medikamente helfen Bewegung, warmes Wasser, Massage, bewusste Atmung und der Wechsel der Position, all das übt ihr im Kurs. Reicht das nicht, gibt es medizinische Mittel. Am bekanntesten ist die Periduralanästhesie, kurz PDA, bei der ein Medikament über einen dünnen Schlauch im Rücken den Schmerz weitgehend ausschaltet. Manche Kliniken bieten auch Lachgas an. Es ist keine Schwäche, nach Schmerzlinderung zu fragen, und keine Pflicht, sie zu nehmen. Sag deiner Hebamme, was du dir wünschst, sie richtet sich danach.

Wenn ein Kaiserschnitt nötig wird

Nicht jede Geburt läuft so ab wie geplant, und ein Kaiserschnitt ist manchmal der sicherste Weg für dich und dein Kind. Er kann von vornherein geplant sein, etwa bei einer Beckenendlage, oder er wird während der Geburt nötig, wenn es dem Kind nicht gut geht oder die Geburt nicht vorangeht. Der Eingriff dauert meist nur wenige Minuten, du bist dabei in der Regel wach und bekommst eine Betäubung, die von der Brust abwärts wirkt.

Nach einem Kaiserschnitt brauchst du etwas länger, um dich zu erholen, weil es eine Operation ist. Deine Hebamme im Wochenbett hilft dir dabei, und die Mutterschutzfrist nach der Geburt bleibt gleich lang. Ein Kaiserschnitt ist keine schlechtere Geburt, sondern ein Weg unter mehreren, und du hast dein Kind genauso zur Welt gebracht wie jede andere Mutter.

Woran du erkennst, dass die Geburt losgeht

Es gibt drei deutliche Zeichen, dass es losgeht: regelmäßige Wehen, ein Blasensprung oder der Abgang des Schleimpfropfs. Echte Geburtswehen kommen regelmäßig, etwa alle fünf bis zehn Minuten, dauern zwanzig bis sechzig Sekunden und werden mit der Zeit stärker und dichter. Das unterscheidet sie von den harmlosen Vorwehen, die unregelmäßig bleiben und wieder abklingen.

Beim Blasensprung, wenn also Fruchtwasser abgeht, rufst du immer sofort in der Klinik oder bei deiner Hebamme an, auch wenn noch keine Wehen da sind. Bei 60 bis 70 Prozent der Frauen setzen die Wehen innerhalb von 24 Stunden danach ein. Ist das Fruchtwasser grünlich oder blutig gefärbt, fährst du ohne zu warten in die Klinik. Als Faustregel für ein erstes Kind gilt: Wenn die Wehen über etwa eine Stunde regelmäßig alle fünf Minuten kommen, ist es Zeit. Im Zweifel ruf lieber einmal zu früh an als zu spät, die Klinik ist rund um die Uhr erreichbar.

So gehst du die Vorbereitung Schritt für Schritt an

Über die Schwangerschaft verteilt ergibt sich eine natürliche Reihenfolge. Diese Punkte sind ein verlässlicher Fahrplan.

  1. Such dir gleich nach dem positiven Test eine Hebamme, weil das am längsten dauert.
  2. Überleg dir, wo du entbinden willst, und besuch einen Informationsabend oder eine Kreißsaalführung.
  3. Melde dich um die 30. bis 36. Woche in deiner Wunschklinik oder im Geburtshaus an.
  4. Besuch den Geburtsvorbereitungskurs im sechsten oder siebten Monat.
  5. Pack die Kliniktasche ab etwa der 36. Woche, damit sie bereitsteht.
  6. Besprich deine Wünsche für die Geburt mit der Hebamme und halte sie in einem Geburtsplan fest.

In die Kliniktasche gehören deine Versichertenkarte, der Mutterpass, bequeme Kleidung, Waschzeug, Snacks für die lange Zeit im Kreißsaal und die erste Kleidung für das Baby. Was genau die Klinik stellt, steht meist auf ihrer Internetseite oder erfährst du am Informationsabend. Parallel lohnt sich der Blick auf deine Rechte im Job, denn die Mutterschutzfrist beginnt sechs Wochen vor dem errechneten Termin. Die Einzelheiten dazu stehen im Beitrag zum Mutterschutz.

Nach der Geburt: das Wochenbett

Die Zeit direkt nach der Geburt heißt Wochenbett und ist genauso wichtig wie die Vorbereitung. Dein Körper erholt sich, das Stillen pendelt sich ein, und ihr lernt euch als Familie kennen. Deine Hebamme kommt dafür zu dir nach Hause und darf dich in den ersten Tagen täglich besuchen, danach seltener, insgesamt bis zum Ende der zwölften Lebenswoche. Nimm dieses Angebot an, es nimmt viel Unsicherheit.

Plane das Wochenbett bewusst ruhig. Verabrede vorher, wer euch im Haushalt entlastet, und mach dir keinen Stress mit Besuch. Wenn du dich in den Wochen nach der Geburt anhaltend traurig, leer oder überfordert fühlst, ist das ernst zu nehmen und gut behandelbar. Woran du das erkennst und wo du Hilfe findest, steht im Beitrag zur Wochenbettdepression.

Ein Geburtsplan ist eine Wunschliste, kein Vertrag. Er hilft dem Team zu verstehen, was dir wichtig ist, etwa welche Schmerzmittel du dir vorstellen kannst oder wer dabei sein soll. Bleib trotzdem offen, denn eine Geburt lässt sich nicht bis ins Detail planen. Vertrau darauf, dass die Hebammen und Ärztinnen im Moment das Richtige mit dir entscheiden.

Häufige Fragen

Wann sollte ich mir eine Hebamme für die Geburtsvorbereitung suchen?

Such dir eine Hebamme möglichst früh, am besten sobald der Schwangerschaftstest positiv ist. In vielen Regionen sind Hebammen Monate im Voraus ausgebucht, deshalb lohnt es sich, gleich zu fragen.

Zahlt die Krankenkasse den Geburtsvorbereitungskurs?

Ja, die gesetzliche Krankenkasse übernimmt den Geburtsvorbereitungskurs für die werdende Mutter im Umfang von 14 Stunden, wenn er von qualifiziertem Fachpersonal wie einer Hebamme geleitet wird. Für die Begleitperson zahlen manche Kassen anteilig mit.

Was ist der Unterschied zwischen einer Geburt in der Klinik und im Geburtshaus?

In der Klinik steht die volle medizinische Ausstattung bereit, inklusive Schmerzmitteln wie der PDA und der Möglichkeit eines Kaiserschnitts. Ein Geburtshaus wird von Hebammen geleitet, ist familiärer und kommt nur für risikoarme Schwangerschaften infrage. Bei Komplikationen wird in eine Klinik verlegt.

Wann muss ich bei der Geburt in die Klinik fahren?

Fahr in die Klinik, wenn die Wehen bei einem ersten Kind über etwa eine Stunde regelmäßig alle fünf Minuten kommen, wenn die Fruchtblase platzt oder wenn eine Blutung auftritt. Bei einem Blasensprung ruf immer zuerst an, auch ohne Wehen.

Wie lange dauert eine Geburt beim ersten Kind?

Bei einem ersten Kind dauert allein die Eröffnungsphase im Durchschnitt acht bis vierzehn Stunden. Dazu kommen ein bis zwei Stunden Austreibungsphase und rund zehn bis dreißig Minuten für die Nachgeburt. Jede Geburt verläuft anders, das sind nur Durchschnittswerte.

Ab wann sollte die Kliniktasche gepackt sein?

Pack die Kliniktasche ab etwa der 36. Schwangerschaftswoche, damit sie im Ernstfall bereitsteht. Hinein gehören Versichertenkarte, Mutterpass, bequeme Kleidung, Waschzeug, Snacks und erste Kleidung für das Baby.

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